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PlayDifferently Model 1.4

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Analoger 4-Kanal-DJ-Mixer

  • 100% analog
  • 2 Hochleistungs-Phono-Preamps
  • 6 mm TKD-Fader in Studioqualität
  • semiparametrischer EQ zur präzisen Klangformung
  • Master-Hochpass-/Tiefpass-Resonanzfilter
  • 3-Band-Master-EQ
  • 2-Band-Booth-EQ
  • Hoch- und Tiefpass-Contour-Filter
  • analoger Overdrive
  • 2 unabhängige Cue-Wege
  • Mixer-Link-Funktion zur Kopplung mehrerer Mixer
  • symmetrischer Mix-Bus mit >110 dB Dynamikabstand
  • D-Sub-Eingang/Ausgang
  • Abmessungen (L x B x H): 368 x 248 x 111 mm
  • Gewicht: 5 kg
Line Kanäle 4
Phono Input 2
Mikro-In 0
Audio Interface Input 0
Audio Interface Output 0
Rec Out Nein
Master Out XLR
Send/Return Ja
19 Rackmount inklusive bzw. rackfähig? Nein
Talk-Over Nein
Effekte Nein
Breite 250 mm
Tiefe 370 mm
Höhe 115 mm
Artikelnummer 512102
2.390 CHF
Versandkostenfrei und inkl. MwSt.
Kurzfristig lieferbar (2-5 Tage)
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Informationen zum Versand
1
27 Verkaufsrang

2 Kundenbewertungen

5 2 Kunden
4 0 Kunden
3 0 Kunden
2 0 Kunden
1 0 Kunden

Bedienung

Features

Sound

Verarbeitung

JL
Einfach perfekt.
Jörg Lange 31.07.2021
Ich habe das Gerät vor einigen Tagen erhalten. Eigentlich wollte ich es nur ausprobieren und war mir fast sicher, dass ich es wieder zurücksende. Ich bin zwar durch das Xone DB4 das Mixing via Filter (anstatt EQ) gewöhnt, war mit aber absolut nicht sicher, ob das Model 1.4 zu mir passt. Ich spiele hauptsächlich Trance, wenig Techno und das minimale Gefrickel á la Hawtin eigentlich gar nicht. Daher war das für mich nur "verrücktes Experiment". Zudem war ich der Meinung, dass mein DB4 so gut klingt, dass es eh kaum noch viel besser geht.

Was soll ich sagen, ich hab das Model 1.4 angeschlossen, losgelegt und als ich nach Stunden(!) vor Müdigkeit aufhörte, wusste ich, dass ich es auf jeden Fall behalten werde. Ich hätte mit meinen Bedenken ehrlich gesagt nicht mehr daneben liegen können.

1) Sound (Vergleich zum DB4, Zuspieler: Denon SC6000M)

Nach den ersten Tagen meine (subjektive) Beschreibung. Das M1.4 klingt für mich wie ein Xone 92 auf Dope. Verglichen mit dem DB4 mehr Power, Volumen, Wucht. Ich kann damit ungelogen besser mixen, weil ich die unterschiedlichen Quellen besser höre und weniger Soundbrei im Mix habe. Alles ist klar, abgegrenzt und luftig. Andererseits verschmelzen die Kicks z.B. im Mix wesentlich besser. Die Mitten kommen monumental rüber, gerade die typischen Flächen im Trance stehen einfach derart präsent im Raum, dass ich selbst bei tausendmal gespielten Tracks wieder Gänsehaut kriege. Kein Witz.
Und das, obwohl ich ja analog von den Zuspielern in den Mixer gehen muss (beim DB4 hatte ich die SC6000 digital über SPDIF verbunden).

Dazu kommt in meinem speziellen Falle, dass gewisse kleine klangliche "Probleme" der SC6000 mit dem analogen Model 1.4 nicht so stark zum Tragen kommen - Model 1.4 klingt einfach subjektiv besser, lebendiger, auch wenn das DB4 über die digitalen Kabel vielleicht objektiv technisch präziser ist.

Nicht zuletzt - und das war einer der wichtigsten Punkte für mich - empfinde ich das analoge Pult bei langer Beschallung mit hohem Pegel für meine Ohren angenehmer. Das DB4 als digitales Pult wird für mich nach einiger Zeit mit hohem Pegel "anstrengend" und dann geht für mich die Präzision beim Mixen flöten, beim Model 1.4 konnte ich das selbst mit noch höheren Pegeln nicht feststellen.
Auch meine Aiaiai TMA-2 klingen am Model 1.4 fantastisch - im Gegensatz zum DB4, wo sie mir immer etwas flacher und "bemüht" vorkamen.

2) Drive-Regler - mein neues Lieblings-Feature.

Mit den Drive-Reglern kann man den Mischer pro Kanal kontrolliert harmonische Verzerrungen erzeugen lassen. Ich bin süchtig nach den Dingern. Wenn man die bis knapp vor rot aufdreht (also so ca. 60-70%), kann man damit auch mittelmäßige Tracks nochmal richtig anfetten. Der Sound wird dann so ein bissel fies und manchmal aggro, aber auf eine schöne, schmutzige Art. Passt nicht immer, aber wenn, dann ist es genial. Gerade so alte Gurken wie z.B. Vitalics La Rock 01 kriegen damit genau die Prise Crunch, die sie brauchen. Wie früher auf dem restlos übersteuernden DJM600 - nur in schön.

3) Master-EQ

Ich hätte nie gedacht, dass ich einen Master-EQ brauche. Aber wenn ich zu Hause bin und nur die Kopfhörer nutze, kann ich mir so den Klang perfekt nach meinem Geschmack abstimmen. Der Master-EQ ist aber auch generell gut einsetzbar, um z.B. Tracks noch besser im Mix anzugleichen. Generell drehe ich mir gern die Höhen noch etwas auf, weil ich den modernen, mittenlastigen Sound nicht so mag und dafür finde ich einen EQ in der Signal-Summe einfach genial (dieser mittenlastige Digital-Sound hat mich beim DB4 - noch zusätzlich befeuert durch die SC6000M - immer etwas gestört).
Mittlerweile frage ich mich, warum nicht jeder Mixer einen Master-EQ hat!

4) Filter

Der zuweisbare Master-Filter mit Resonanzregler klingt astrein. Deutlich, aber nicht beißend oder zu aggressiv. Fügt sich schön in die Musik ein, wie eigentlich alles an dem Gerät eher musikalisch und nicht "aufgesetzt" klingt.

5) Mixing

Gemixt wird beim M1.4 mit einem Hoch- und Tiefpassfilter ohne Resonanz und einem semiparametrischen EQ. Das hat mir erst die meiste Sorge gemacht, weil ich wirklich nicht sicher war, ob das in jeder Situation passt (beim DB4 konnte ich ja wahlweise auch auf den klassischen EQ ausweichen).
Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit muss ich sagen: wer auf smoothes Mixing steht, kann nichts besseres kriegen. Die Regler drehen sich satt und dosieren perfekt, der Eingriff in den Sound ist absolut präzise und vorhersehbar. Man kann damit richtig sauber arbeiten. Hauptsächlich nutze ich Hoch- und Tiefpass, den semiparametrischen EQ nehme ich nur, wenn ich die Präsenz von einzelnen Elemente etwas verringern möchte, damit der Übergang besser passt. Aber dafür ist er perfekt.
Schön ist auch, dass die Neutral-Stellung der Filter am Anschlag liegt und nicht in der Mitte, wie beim EQ. Da kann es beim schnellen reindrehen nicht passieren, dass man über das Ziel hinausschießt, wenn man z.B. die Kicks sekundengenau reinknallen lässt. Eine Kleinigkeit, aber praktisch.

Ich möchte an dieser Stelle auch nochmal das wiederholen, was ich beim Filter gesagt habe: alles an dem Teil klingt musikalisch und nicht aufgesetzt. Wenn ich z.B. zum Ende eines Tracks hin den Hochpassfilter etwas zudrehe, um obenrum Platz für den neuen Track zu schaffen, hab ich oft den Eindruck, dass der Effekt eigentlich Bestandteil des Tracks selber sein könnte - als müsste das so klingen. Unwillkürlich vergewissere ich mich, ob ich auch wirklich am richtigen Kanal drehe. Ich mag lange und weiche Übergänge und ich kann sagen, dass ich durch das Model 1.4 handwerklich wirklich besser arbeite. Ich war vorher davon überzeugt, das wäre alles Marketing-Geschwafel - ist es aber nicht. Wenn man sich einarbeitet und darauf einlässt. Man kann natürlich nicht erwarten, nach 20 Jahren am 3-Band-EQ plötzlich am Model 1.4 alles viel besser zu können.

6) Fader

Die Fader fassen sich sehr hochwertig an und laufen astrein, allerdings stimmt, was ich in diversen Berichten schon gelesen habe: die gesamte Action passiert im letzten Drittel, der Weg ist also absolut nicht linear. Man gewöhnt sich dran, aber etwas mehr linear wäre schön. Ist jetzt aber auch kein Showstopper.
Das Design mit den Fingermulden fand ich erst nicht so genial, man kann so aber mit mehreren Fingern auch mehrere Fader gleichzeitig ziemlich präzise bewegen - auch über Kreuz.

Die meisten audiophilen Geräte sind ja Rotary Mixer - ich finde es schön, dass es hier nicht so ist. Im Zweifel möchte ich auch mal einen Kanal rein und rausknallen können und hier habe ich definitiv das beste aus zwei Welten.


7) Rest & Zusammenfassung

Mehr konnte ich für den Moment noch nicht probieren. Für die Effektwege fehlt mir derzeit das Effektgerät (wird wohl ein Mastersounds FX werden) und die zweite Vorhöre ist schick, mir persönlich aber egal (ich könnte sie als dritten Effektweg nutzen). Generell muss ich sagen, dass Send/Return sehr gut ausgestattet sind (pre/post-Fader, individueller Drive-Regler und mögliches Routing über den Master-Filter). Ich freue mich darauf, das irgendwann mal zu nutzen.

Die Abstände zwischen den Reglern sind angenehm, trotzdem ist das Gerät schön klein. Alles fasst sich hochwertig und perfekt an, das Gehäuse ist extrem solide, die Regler bieten alle ein sehr angenehmes gedämpftes Drehgefühl und sind sehr groß. Erstaunlich war auch, dass ich schon nach wenigen Minuten(!) nahezu blind alle Knöppe optimal erwischt habe (obwohl mein DB4 ein völlig anderes Layout hat). Das spricht für die Ergonomie des Gerätes und da zeigt sich wahrscheinlich, dass beim Design einer mitgeredet hat, der im Live-Einsatz pausenlos am Schrauben ist.

Keiner wird sich mit dem Teil hinstellen und auf Anhieb nur noch geile Sets raushauen. Man muss sich schon dran gewöhnen und etwas Zeit und Liebe investieren, wird aber meiner Meinung nach schon nach wenigen Stunden üben wirklich belohnt - wenn man auf lange, subtile und eher musikalische Übergänge steht oder eben á la Hawtin viel zusammenquirlt. Wenn man dagegen innerhalb von 2 Minuten durch 5 Kirmes-Dance-Tracks cutted, ist es wahrscheinlich nicht das richtige Gerät. Außerdem fehlt dann auch der Crossfader (find ich super, der war mir beim DB4 immer im Weg).

Fazit: Bedienung mit vielen kleinen Goodies extrem praktisch, absolut fett(!!!) und gleichzeitig präzise im Klang, mit etwas Übung ein absolut chirurgisches Werkzeug. Ergonomie für meine Hände sehr gut. Der perfekte Mixer - aus meiner Sicht. Mit viel(!) Überlegen finde ich auch ein Kontra: er wird wirklich sehr warm. Vielleicht wäre ein größeres Gehäuse doch besser gewesen? Egal. Ich lieb das Teil und entdecke damit gerade meine ganze Musik neu.

Einen Wunsch hätte ich noch: einen Decksaver. Den gibts nämlich noch nicht. Ich finde den Gedanken unerträglich, dass Staub auf meinen neuen besten Freund fällt...
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung
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