Hatte sie schon mal vor rd. 20 Jahren bei einem Kollegen gehört und wir haben damit auch ein paar Sachen produziert, aber weil ich mit meinen NS-10 zufrieden war, hatte ich keinen Bedarf. Das änderte sich, als die NS vor einiger Zeit unwiderbringlich das Zeitliche segneten.
Obwohl ich die 83er Genelecs cool finde, habe ich weiterhin den Großteil auf den basschwächeren NS gemacht und die Gennies eher als 2. Meinung verwendet. Ich persönlich komme mit dem linearen Klang nicht so zurecht, weil mir der Bass einfach zu viel maskiert.
Auch habe ich eher Probleme damit zu erkennen, ob Kick und Bass auch gut auf kleine LS übersetzen. Das fand ich bei den NS-10 leichter.
Vor allem die stark ausgeprägten unteren Mitten fand ich immer sehr hilfreich, um jegliches Mumpfen im Mix auszurotten.
Also mußte Ersatz her. Darum habe ich mir vor mehr als einem Jahr die Auratones zugelegt. Sie beeindrucken mich noch immer täglich:
Der Bass ist präsent genug, daß ich nicht nur Kick, Bass und SEQ gut einstellen kann, sondern dermaßen schlank, daß ich auch gut beurteilen kann, wieviel Harmonische benötigt werden, um auf kleinen LS massiv rüberzukommen.
Was mich auch immer wieder erstaunt, wie gut ich darauf den Bass beurteilen kann: zuviel bei 60? Zu wenig bei 80? Die 100 passen? Geht damit.
Hier gleich mal eine Anmerkung: immer möglichst oft und viel Referenzkram auf den Monitorn anhören.
Für die tiefen Bässe und für das zeitliche Zusammenspiel zw. Kick und Bass verlasse ich mich nicht nur auf die 5C.
Was ich ganz wunderbar finde: wie deutlich sie jegliches Problem in den Mitten anzeigen.
Hammermäßig ist auch das Impulsverhalten und die Stereoabbildung. Superscharf! Auf dem Niveau meiner Genelecs - aber halt mit dem Vorteil (für mich) eines deutlichen Schwerpunkt auf die Mitten: Delays, Hall, Doubler, Chorus? Gut? Schlecht? Zu viel? Zu wenig? Supereasy.
Pegel der Spuren, Kompressoreinstellungen? Ist ein Sound nur zu hart oder wirkllich zu harsch? Geht alles wunderbar.
Wie übersetzen die 5C auf andere Setups?
Was auf den Auratones knackig oder weich, voll oder dünn, klar oder spitz, schwammig oder definiert klingt, klingt tatsächlich überall so.
Und egal ob Vocals oder Dialog, man hört jedes Geräusch. Plosivlaute sind wunderbar klar, genauso wie zu scharfe s. Konsonanten schön knackig und direkt - oder zu spitz? Alles kein Problem.
Man kann damit außerdem relativ leise Arbeiten.
Der Nachteil: kein Spaß!
Sie sind ein gnadenloses Arbeitswerkzeug.