Es gab noch bis vor kurzem ein MIDI-Patchbay aus Riga – zweckgemäß, Plug-and-Play, easy peasy. Jetzt haben sich die innovativen Letten was Neues ausgedacht. Die bisherige "Mehrfachsteckdose" wird dabei leider aus dem Sortiment ausgeschlichen. Schade, denn für Leute, die einfach nur MIDI latenzfrei und hassle-free verteilen wollen, ist das neue MIDI Dispatch schlicht übermotorisiert.
Für alles darüber hinaus gibt es eine App auf dem Patchbay selbst, welches – per USB angeschlossen – auf dem Mac-Schreibtisch als eigenständiges externes Volume auftaucht. (NB: endlich ist auch hier USB-C an Bord!)
Von diesem Volume ist dann eine Web-Applikation zu starten, wobei diese App nur mit ein paar ausgesuchten Browsern funktioniert – u.a. Google Chrome und Opera. Saubere Browser wie Safari dürfen draußen bleiben. Nun denn.
Läuft einmal die App, gibt es einiges zum Ein- und Verstellen. Da mir die reine Patchbay-Funktionalität reicht, lasse ich alle Einstellungen unangetastet.
Der Nachteil dieser Möglichkeit, alles beliebig zu patchen und zu verhunzen, liegt darin, dass der User sich das Kästchen einstweilen mit einem (!) Mausklick komplett funktionslos stellen kann, wenn er nicht tierisch aufpasst. Aerr auch ohne User-Input verstellt sich manchmal einiges und dann gibt es seltsames Verhalten des Gerätes.
Sollte bei Dir also das Kästchen scheinbar ausfallen oder merkwürdiges Zeug machen, keine Panik – wahrscheinlich ist die Software schuld. :-)
Lassen wir die Software außen vor: die Qualität der Hardware kann ich als typisch Erica Synths – kurz: ziemlich fein und "no-nonsense" – bezeichnen. Hier gibt es kein Gramm zu viel.
Positiv hervorzuheben sei die Energiespeisung. Nicht nur liegt ein für den Hersteller typischer Steckernetzteil dem Patchbay bei – der/das Dispatch lässt sich auch ganz stressfrei per USB-C mit Strom versorgen. Ist beides auf einmal gesteckt, gibt es auch null Probleme.
Meine Conclusio: nach wie vor feines Teil; wer die ganzen MIDI-Einstellungen braucht und beherrscht, hat gewiss mehr davon.