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Eventide H90 Harmonizer Dark LTD

7 Kundenbewertungen

4.3 / 5

Bedienung

Features

Sound

Verarbeitung

Eventide H90 Harmonizer Dark LTD
835 CHF
Alle Preise inkl. MwSt.
Sofort lieferbar

2 Rezensionen

A
Dunkles Objekt der Begierde, oder "Es ist kompliziert".
Aljen 13.04.2026
Nach Jahren mit dem exzellenten H9 MAX wurde Zeit für – nicht mehr ganz – Neues. Meine Wahl fiel auf die "Dark LTD"-Version, unter anderem weil bei mir die "Altweiß"-Lackierung der Standardmodelle schon immer gemischte Gefühle hervorrief. Einerseits sehr interessante Farbe, die andererseits bei älteren Semestern wie mir unangenehm mit medizinischen Geräten der 1960er und 1970er assoziiert, als Spritzen noch aus Glas waren und Bohrer beim Zahnarzt … ah, lassen wir es. Nach Aussehen kauft man Geräte, die Sound machen, doch nicht… oder?

Es wurde über das Teil in lauter Superlativen geschrieben. Was den Sound angeht: keine Frage. Über alle Zweifel erhaben – etwas anderes würde ich von Eventide weder erwarten noch akzeptieren.

Aber … die Bedienung! Bis dahin hielt ich den H9 für das Nonplusultra in Sachen Benutzerfeindlichkeit. Doch denkste! ist der H90 quasi "zwei H9", so potenziert sich die Komplexität statt sich lediglich zu verdoppeln.

Ok, dann heißt es nun mal "RTFM" – schön und gut, aber die beiliegende gedruckte Einführung ist mehr oder weniger wertlos (da steht nicht mal, wie man eigene Kreationen oder Änderungen speichert!). Die eigentliche Anleitung gibt es vor allem online als HTML; na vielen Dank. Der einzige PDF-Download ist ausgerechnet auf Russisch (!). Macht auch nicht gerade Laune, zu wissen, dass Eventide sich möglicherweise dem Boykott widersetzt. Sei's drum, ich drifte wieder ab.

Es gibt tatsächlich auch die Anleitung als PDF zum Download, auf Englisch. Einfach oben in der HTML-Anleitung auf "PDF" klicken. Eine deutsche Version fand ich allerdings nicht.

Macht aber nichts, denn die Anleitung ist genauso kompliziert wie das Gerät selbst. Warum um alles in der Welt findet etwa die – bei H90 essenziell wichtige – hierarchische Unterteilung in Programme, Algorithmen und Presets nirgendwo au der Oberfläche des Gerätes eine Entsprechung? Diese Inkohärenzen gehen dann mit fast jeder Funktion weiter. Ich werde den Eindruck nicht los, dass die Hardware- und Software-Entwicklerteams beim H90 sich erst bei der ersten Vorstellung des Marktprototypen überhaupt gesprochen haben. So aneinander vorbei sind das Innenleben und die Bedienung "gestaltet". In diesem Sinne sind die Autoren des Manuals nur zu bemitleiden.

So verstecken sich wichtige Funktionen irgendwo unter Buttons, wo sie niemand vermutet. Dafür sind die vermeintlichen LEDs über den Fußschaltern in Wahrheit auch Buttons. Wenn ihre Belegung aber wenigstens einer Logik folgte! Irgendeiner! Wieder: denkste. Manchmal doppeln sie die Funktionen der Fußtaster. Manchmal aller, manchmal nur einiger. EIn andernmal wiederum machen sie ganz was anders. Was? Steht vermutlich irgendwo im Handbuch. Immerhin kann man in der PDF die Suchfunktion nutzen und das Inhaltsverzeichnis ist klickbar. Wow.

Weiter geht's: um die zugehörige App zu nutzen, muss man sich erst mal bei Eventide anmelden. Die App ist auch nötig, weil das Gerät erst mal nach Softwareaktualisierung verlangt. Ohne diese geht nix. Na gut, immerhin habe ich den Account noch von dem H9 , der Login funktioniert sogar. Die Registrierung aber nicht so wirklich, erst nach einigen Versuchen. Das Softwareupdate ging erst mal überhaupt nicht, das Gerät ließ sich weder mit dem Mac noch mit iPad per USB-C verbinden. Ich musste mehrere Kabel ausprobiert (alle davon nutze ich ständig und sie sind alle in Ordnung) – irgendwann zeigte sich H90 gnädig und erlaubte die Softwareinstallation. Wow, so grottig war noch nicht mal der H9.

Entsprechend mühsam geht es weiter. Je lämnger ich mit dem H90 herumspiele, desto benutzerfreundlicher kommt mir der H9 vor. Ehrlich. Warum ich z.B. nicht alle Eingänge nutzen kann, obwohl es deren vier gibt, weiß nur Eventide. Wozu diese "Insert"-Funktion ständig in den Hintergrund gepusht wird, kapiere ich auch nicht – was soll das? Dass weiter: alle Beschreibungen nehmen Gitarre als Klangquelle und Gitarren-Amps als Ausgabe. Schön und gut, aber die meisten Eventide-User, die ich kenne, nutzen die Kästen mit Synthesizern.

Und so weiter. Meine Hoffnungen auf benutzerfreundlichen Zugang waren also vergebens, trotz all der Knöpfe und des (hervorragenden, endlich!) Displays. Was übrig bleibt, ist der Sound, die Qualität dessen, was H90 damit macht – und ja, darum geht es letzten Endes. Etwas mehr als beim H9 lässt sich bei H90 auch schon direkt am Gerät editieren – Kunststück, H9 war in diesem Zusammenhang nur mit der App wirklich nutzbar, ohne App war es sowas wie Hardware-Plug-in. Beim H90 sind immerhin die Namen der Presets in einem Durchgang zu lesen – meistens jedenfalls.

Meine Konklusion dürfte kaum überraschen: großartiger, einmaliger Klang – Bedienung wohl von Leuten gestaltet, die bei SAP wegen Benutzerfeindlichkeit gefeuert wurden.
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H
Tolles Gerät, aber keine Anleitung!
HolgerG 09.04.2026
Ich bin wirklich extrem enttäuscht. Ein eigentlich tolles Gerät, was aber ziemlich komplex ist. Nun, dafür gibt es ja die Anleitung - denkste! Es ist unglaublich, aber es gibt keine Anleitung auf deutsch! Alle möglichen Sprachen, aber nichts auf deutsch. Eigentlich ist es laut Gesetz nicht zulässig, etwas im deutschen Markt ohne deutsche Anleitung zu vertreiben, aber das scheint niemanden zu interessieren. Nur zur Info: ich komme im Gespräch ziemlich gut mit English klar, aber hier geht es um eine fachspezifische Erklärung, bei der ich auch an meine Grenzen (oder darüber) komme. Sehr ärgerlich, wenn man deshalb nur einen Bruchteil der Funktionen wirklich verstehen und nutzen kann.
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