Der Bad Cat Ocelot Lunchbox Head verbindet klassischen Röhrenverstärker-Sound mit moderner Recording-Technik. Trotz der kompakten Maße von 46 x 25 x 28cm bei einem Gewicht von gerade einmal 7,5kg handelt es sich um ein vollwertiges Gitarren-Topteil mit zwei Kanälen und einer EL84-Endstufe, die bis zu 20 Watt Leistung liefert. Gleichzeitig lässt sich der Verstärker auf einen 1-Watt-Modus umschalten, was ihn auch für kleinere Studios oder das Üben zu Hause interessant macht. Ein besonderes Merkmal ist die integrierte Two-Notes-Torpedo-Technologie mit sechs Bad-Cat-DynIR-Cab-Simulationen. Dadurch kann der Ocelot nicht nur mit einer Gitarrenbox betrieben werden, sondern auch direkt über den XLR-Ausgang in ein Recording-Interface oder Mischpult gespeist werden. Der Amp kombiniert damit klassisches Röhrenfeeling mit einer sehr flexiblen Anschlussvielfalt.
Im Inneren des kompakten Gehäuses werkeln drei 12AX7-Vorstufenröhren und zwei EL84-Endröhren, die für den typisch britisch geprägten Röhrencharakter sorgen. Kanal 1 deckt Clean- und Crunch-Sounds ab, während Kanal 2 über Gain- und Volume-Regler deutlich mehr Overdrive bereitstellt. Die Klangregelung erfolgt über Bass, Mid und Treble, ergänzt durch Presence für die Endstufe sowie einen Master-Volume-Regler. Für Recording- oder Direkt-Setups besitzt der Bad Cat Ocelot zudem einen 6-Wege Cab Sim Selector, mit dem sich verschiedene Bad Cat DynIR-Lautsprechersimulationen anwählen lassen. Auch bei den Anschlüssen zeigt sich der Amp flexibel: Zwei Lautsprecherausgänge für 8- oder 16-Ohm-Boxen, ein serieller FX-Loop, MIDI-In und ein Kopfhöreranschluss gehören zur Ausstattung. Über den XLR-DynIR-Ausgang lassen sich die Cab-Sims direkt nutzen, während USB-C Zugriff auf die Torpedo-Software ermöglicht.
Der Bad Cat Ocelot dürfte vor allem Gitarristen ansprechen, die den direkten Charakter eines Röhren-Amps schätzen, dabei aber nicht auf moderne Features verzichten möchten. Klassisch funktioniert der Amp natürlich mit einer angeschlossenen Gitarrenbox genau so, wie man es von einem Gitarren-Top erwartet. Gleichzeitig erlaubt die integrierte Cab-Simulation aber auch den direkten Weg ins Recording-Interface oder Mischpult. Gerade im Studio kann das sehr praktisch sein, weil man ohne zusätzliche Load-Box oder externe Speaker-Simulation schnell zu überzeugenden Gitarrensounds kommt. Trotz dieser Technik bleibt der Verstärker angenehm geradlinig aufgebaut. Regler einstellen, Sound finden, losspielen - viel mehr braucht es im Grunde nicht. Genau dieser unkomplizierte Ansatz dürfte vielen Gitarristen entgegenkommen, die ihren Ton lieber direkt am Amp formen.
Bad Cat ist ein US-amerikanischer Boutique-Hersteller für Gitarrenverstärker, der Ende der 1990er-Jahre gegründet wurde und seinen Sitz in Kalifornien hat. Die Marke hat sich mit handgefertigten Vollröhrenverstärkern schnell einen Namen gemacht, die für ihren dynamischen Klang, hohe Detailtreue und robuste Bauweise geschätzt werden. Im Zentrum der Entwicklung steht die Kombination aus klassischen Schaltungskonzepten und modernen Ansätzen, wobei ausschließlich ausgewählte Komponenten zum Einsatz kommen. Bad Cat-Amps werden in aufwendiger Handarbeit gefertigt und richten sich vor allem an anspruchsvolle Musiker, die Wert auf Ausdrucksstärke und Klangqualität legen. Modelle wie der Black Cat, Hot Cat oder Cub zählen zu den bekanntesten Serien und sind fester Bestandteil der Boutique-Amp-Szene.
In der Praxis zeigt sich der Bad Cat Ocelot enorm vielseitig. Auf der Bühne kann er mit einer Gitarrenbox betrieben werden, während der XLR-Ausgang gleichzeitig ein DI-Signal mit Cab-Simulation ans Mischpult liefert. Im Studio lässt sich der Verstärker dagegen komplett ohne Lautsprecher nutzen - einfach per DynIR-Ausgang oder Kopfhöreranschluss spielen und aufnehmen. Der 1-Watt-Modus ermöglicht zudem Röhrensättigung bei moderater Lautstärke, was besonders beim Üben zu Hause hilfreich ist. Der mitgelieferte Zweifach-Fußschalter erlaubt einen schnellen Kanalwechsel. Dadurch entsteht ein Setup, das sehr flexibel zwischen Wohnzimmer, Studio und der Bühne eingesetzt werden kann. Und das ohne großes Verkabeln oder zusätzliches Equipment.
Two Notes Torpedo Remote
Die Bearbeitung der Lautsprechersimulationen erfolgt über die Torpedo Remote Software von Two Notes Audio Engineering, die auf Mac- und Windows-Computern läuft. Der Ocelot wird dafür einfach per USB-C mit dem Rechner verbunden. Innerhalb der Software lassen sich die integrierten DynIR-Cabinets detailliert bearbeiten: Mikrofontypen auswählen, deren Position vor dem Speaker verschieben oder mehrere Mikrofone miteinander mischen. Auch unterschiedliche Lautsprecherboxen können geladen und als Presets gespeichert werden. Für Recording-Setups ist das besonders praktisch, weil sich der Klang der Speaker-Simulation sehr präzise anpassen lässt, ohne dass man tatsächlich Mikrofone vor einer Box positionieren muss. Gleichzeitig bleibt die Bedienung übersichtlich, sodass man ganz schnell zu einem passenden Sound kommt.