Ich wollte eigentlich nur ein bisschen Dynamik kontrollieren. Was ich bekommen habe, war ein Ereignis, das meine Hausratversicherung bis heute nicht verarbeitet hat.
Der Messor komprimiert nicht einfach. Er greift sich dein Signal, schüttelt es einmal kräftig durch und schickt es anschließend mit breiteren Schultern zurück ins Rack. Schon bei moderaten Einstellungen klingt es, als hätte dein Kickdrum-Signal plötzlich einen Fitnessstudiovertrag unterschrieben.
Die Punch-Schaltung ist derart effektiv, dass beim ersten Testlauf nicht nur die ovalen Weichteile des Mannes fachgerecht massiert wurden, sondern gleichzeitig drei Wände neu verputzt und die Nachbarstraße asphaltiert wurde.
Die Sidechain-Möglichkeiten sind absurd gut. Einmal falsch gepatcht und plötzlich ducken sich nicht nur die Synths, sondern auch die Tauben vor dem Fenster.
Was mich besonders beeindruckt: Der Messor kann subtil sein. Also theoretisch. Praktisch dreht man nach zehn Minuten ohnehin an irgendwelchen Reglern und erzeugt einen Bass, der tektonische Aktivitäten im Umkreis von 30 Kilometern auslöst.
Pro:
* Klingt fett, präzise und brutal musikalisch
* Punch-Regler auf Basis außerirdischer Technologie
* Verwandelt harmlose Drums in Naturgewalten
Contra:
* Statiker wurde nervös
* Nachbarn sprechen nur noch über „das Ereignis“
* Normale Kompressoren wirken danach wie höfliche Briefe
Fazit: Wer einen Kompressor sucht, der sein Modularsystem liebevoll streichelt, sollte weitersuchen. Der Messor kommt mit Stahlkappenschuhen, einem Presslufthammer und einer Mission.
⭐⭐⭐⭐⭐ 5/5 – Meine Kickdrum besitzt inzwischen einen eigenen Personalausweis.