Da ich bereits einige Gibsongitarren sowohl akustische und elektrische spiele, zieht es mich Hin und wieder zur sogenannten B-Marke >Epiphone der ES-Baureihe.
Im Laufe der Jahre hat sich auch diese Marke weiterhin positiv entwickelt- wenn auch über Tschechien, Korea und nun in China die Produktion gefertigt wird. Sie werden, wenn der Customshop von Gibson drüber schaut schon besser! Ich habe die 50er aber wie hier die 60er Reissue getestet. Der 50er Hals war mir zu globig, der 60er Hals kam mir meiner ES335 Customshop Gibson mit Slimtaper entgegen.
Spielgefühl - wenn man ein Original besitzt ist das immer eine gute Referenz (zumal meine ES sich hervorragend mit einer doppelt so teuer messen kann). Der Epiphone mit einteiligem Mahagoni-Hals war ordentlich verarbeitet, kaum wirklich kantige Bundenden und technisch von Thomann (?) sehr gut eingestellt (es buzzerte die H-Saite).
Die Humbucker: meine Referenz sind 57er, mittig, weich klingend - hier wurden bei der EPI Customshop Gibson verbaut (doppelt so teuer) die mir persönlich nicht gefielen - diese klingen eher hart - weniger ausgewogen und eher hochtönig angesiedelt, fand ich enttäuschend. Schade dass auch kein Ebenholzgriffbrett verarbeitet wurde (das macht die Kuh im Preis nicht fett ;-).
Leider fehlt die typische Wölbung der Decke insbesondere die „Ohren“ - hier nicht vorhanden, was die Optik schöner aussehen lässt gegenüber dem Gibsonmodell.
Der rote Lack ist gut verarbeitet auch gerade an schwierigen Stellen beim Binding. Der Koffer ist robust und kommt dem Original nahe (die Koffer bleiben leider schwer durch das Holz), hier könnte man wie bei Ibanez GB10 einen hochwertigen Kunststoffoffer spendieren) - aber man wollte ja dem „Original“ nacheifern (dann bitte auch das Gute-Nach-Deckchen mit einnähen ;-).
Mein persönliches Fazit:
Dafür das beim Hersteller und Verkäufer monitär was hängen bleiben soll ein gutes Produkt.
Min-Punkte: keine Wölbung der Decke insbesondere die „Ohren“, bitte 57er Pickups Statt mit hochpreisigen aber nicht besser klingenden HH bestücken und durch Preisersparnis der 57er„billigeren“ Pickups ein Ebenholzgriffbrett spendieren (unwesentlich teurer als Dalbergia - selbst bei deutschen Holzhändlern gesehen).
Wenn Epiphone -gerade auch wegen der Open-Book Kopfplatte das verändern würde, käme sicher noch mehr Bewegung in den Verkauf (der Fall gesetzt, es wird weiterhin ordentlich verarbeitet).
Die EPI ging leider an Thomann zurück mit großem Dank dass ich sie testen durfte!!