B
Heilige Sch...!
Als Erstes möchte ich anmerken, dass ich seit 2003, also Stand 10/26 über 23 Jahre, fast exklusiv Harley Benton Gitarren spiele (HBL-400GT, CST-24T, Victory Active SBK, GS-Travel Mahogany und jetzt neu SC Custom III Active). Die HBs, die ich vor der Custom III gekauft habe, sind mittlerweile alle stark modifiziert, um sie für den angedachten Zweck an meine Bedürfnisse anzupassen.
Ich bin Gitarrist und Sänger in einer Melodic Metal/Metalcore Band und gehe mit meinen HBs ohne Schande auf jede Bühne (Für die CST-24T hab ich sogar schon Komplimente bekommen, weil sie so hübsch ist).
Der Umstand, dass ich schon fast als HB-endorsed durchgehe, soll aber nicht heißen, dass ich nicht weiß, wovon ich rede. Ich hab auch noch was von anderen Herstellern zu hause und kann durchaus vergleichend urteilen.
So, genug von mir, jetzt zu der Harley Benton SC Custom III:
Wie Thomann Gitarren verschickt, weiß wohl mittlerweile jeder, deswegen spare ich mir die Lobpreisungen an dieser Stelle.
Aus Pappsarg und Plastik-Gedöns befreit, strahlt die Gitarre in einem Weiß, dass sehr stark an das Arctic White von ESP/LTD erinnert, Kunststück, da das gute Stück eine offensichtliche Kopie einer ESP Eclipse ist, also darf auch die Farbe gerne stimmen. Direkte Fehler in der Lackierung konnte ich keine finden, ebensowenig Verunreinigungen in der weißen Farbe. Das ist alles blitzsauber gemacht und hab ich bei HB in der Vergangenheit auch schon anders gesehen!
Was das Setup angeht - Paul Richards (Milehouse Studios) würde es als "safety setup" bezeichen. Über 2,5mm Saitenlage am 12. Bund (E6) sind ne Ansage, da schnarrt zwar nix, aber oberhalb des 7. Bundes zu spielen macht da nur begrenzt Spaß. Die Brücke runter zu drehen hat das "Problem" behoben.
Die Edelstahlbünde sind sauber genug gesetzt, dass man sie nicht sofort abrichten muss, außer man will mit dem Setup unter 1mm. Verarbeitet sind die Bünde aber fantastisch, die Enden sind sogar leicht verrundet und es fühlt sich sehr gut an. Allerdings waren die Drähte sehr rau.
Da das Griffbrett ab Werk so schmutzig bei mir ankam, dass ich nach dem ersten Anspielen der Gitarre schwartze Finger hatte, war das mit den Bünden auch kein größerers Problem, dann poliert man die Drähte beim Griffbrett reinigen gleich noch kurz mit dem Dremel über und gut is das.
Was mir persönlich an der Gitarre optisch am besten gefällt, ist das Palisander (!) Griffbrett. Nach dem Reinigen kam ein wünderschönes dunkelst-braunes Stück Holz mit leichtem Rotstich zum Vorschein. Optisch absolut identisch mit dem Griffbrett meiner 1994er Fender (Japan-)Strat.
Sie spielt sich äußerst angenehm über alle Lagen und der verrundete Halsfuß ermöglicht eine sehr schöne Bespielbarkeit im höchsten Register. Ein nettes Feature sind die beiliegenden Security Locks im Schaller-Stil. Für alle, die sich fragen: Ja, originale (alte Form) Schaller Locks passen auf die Gurtpins der Gitarre und die Locks passen auf Schaller Pins!
Nun zum Wichtigsten, der Sound:
ALTER SCHWEDE! Diese Telsla AH-5 sind der absolute Hammer! Ich spiele Mit Ernie Ball Skinny Top Heavy Bottoms in C#-Standard und Drop-H.
Clean wie verzerrt höre ich keinen Unterschied zu den EMG 57ern in meiner CST-24T, weder an meinem Mesa Boogie MK3, noch am Helix Stadium. Keine Nebengeräusche, kein Brummen, nichts. Absolut sauber auch bei Ultra High Gain!
Die Saitentrennung ist sogar ein bisschen besser als bei den EMGs.
Bei den tiefen Tunings, in denen ich unterwegs bin, kann es bei manchen Pickups zu unsauberem Verhalten im Low End kommen, nicht bei den Teslas! Die sind ultra tight im high gain, aber clean auch nicht anämisch. Hut ab Jungs, da habt ihr richtig gut ausgesucht! Bitte lasst diese Pickups auch in Zukunft in dem Modell drin, alles andere, außer wesentlich teurere Markenpickups, wäre ein massives Downgrade für diese Gitarre!
Wermutstropfen:
Das einzige, das ich nicht ganz verstehe ist, dass bei dem Modell keine Locking Tuner (mehr) drauf sind. Nicht falsch verstehen, die Möchtegern-Gotoh-Tuner, die auf der Gitarre drauf sind, sind mehr als OK, aber Lockingmechaniken kosten nicht viel mehr als reguläre und werten jede Gitarre pauschal auf, gerade wenns ums Saiten wechseln geht und man davon ausgehen darf, dass das eigentlich eine Gitarre für Anfänger und etwas Fortgeschrittene Gitarristen ist. Die 20€ extra hätte ich gerne gleich mitbezahlt und jeder Anfänger, der sich beim Saitenwechseln die Unterhose einsaut, freut sich drüber.
Fazit:
Ich habe tatsächlich den Vergleich mit einer LTD EC-1000, eines Bekannten.
Klar, da steht Mahagoni gegen Meranti, Ebenholz gegen Palisander, Abalone gegen Perloid, EMGs gegen Teslas, etc. Aber für 299€ (Stand 10/26) frage ich mich ehrlich, warum ich für eine funktionell und tonal ziemlich gleichwertige Gitarre knapp 900€ mehr ausgeben soll. Nur damit dann nicht Harley Benton auf der Kopfplatte steht? Denkt da mal drüber nach Leute, Ihr macht den Markt, nicht die Hersteller!
DAS ist der Grund, warum ich HB spiele.
Übrigens: ich habe eingangs erwähnt, dass ich alle anderen meiner HBs stark modifiziert habe. Bei der SC Custom III bleibt alles wie es ist. Sie bekommt höchstens EVENTUELL irgendwann mal Locking Tuner, aber das eilt absolut nicht.
Ich bin Gitarrist und Sänger in einer Melodic Metal/Metalcore Band und gehe mit meinen HBs ohne Schande auf jede Bühne (Für die CST-24T hab ich sogar schon Komplimente bekommen, weil sie so hübsch ist).
Der Umstand, dass ich schon fast als HB-endorsed durchgehe, soll aber nicht heißen, dass ich nicht weiß, wovon ich rede. Ich hab auch noch was von anderen Herstellern zu hause und kann durchaus vergleichend urteilen.
So, genug von mir, jetzt zu der Harley Benton SC Custom III:
Wie Thomann Gitarren verschickt, weiß wohl mittlerweile jeder, deswegen spare ich mir die Lobpreisungen an dieser Stelle.
Aus Pappsarg und Plastik-Gedöns befreit, strahlt die Gitarre in einem Weiß, dass sehr stark an das Arctic White von ESP/LTD erinnert, Kunststück, da das gute Stück eine offensichtliche Kopie einer ESP Eclipse ist, also darf auch die Farbe gerne stimmen. Direkte Fehler in der Lackierung konnte ich keine finden, ebensowenig Verunreinigungen in der weißen Farbe. Das ist alles blitzsauber gemacht und hab ich bei HB in der Vergangenheit auch schon anders gesehen!
Was das Setup angeht - Paul Richards (Milehouse Studios) würde es als "safety setup" bezeichen. Über 2,5mm Saitenlage am 12. Bund (E6) sind ne Ansage, da schnarrt zwar nix, aber oberhalb des 7. Bundes zu spielen macht da nur begrenzt Spaß. Die Brücke runter zu drehen hat das "Problem" behoben.
Die Edelstahlbünde sind sauber genug gesetzt, dass man sie nicht sofort abrichten muss, außer man will mit dem Setup unter 1mm. Verarbeitet sind die Bünde aber fantastisch, die Enden sind sogar leicht verrundet und es fühlt sich sehr gut an. Allerdings waren die Drähte sehr rau.
Da das Griffbrett ab Werk so schmutzig bei mir ankam, dass ich nach dem ersten Anspielen der Gitarre schwartze Finger hatte, war das mit den Bünden auch kein größerers Problem, dann poliert man die Drähte beim Griffbrett reinigen gleich noch kurz mit dem Dremel über und gut is das.
Was mir persönlich an der Gitarre optisch am besten gefällt, ist das Palisander (!) Griffbrett. Nach dem Reinigen kam ein wünderschönes dunkelst-braunes Stück Holz mit leichtem Rotstich zum Vorschein. Optisch absolut identisch mit dem Griffbrett meiner 1994er Fender (Japan-)Strat.
Sie spielt sich äußerst angenehm über alle Lagen und der verrundete Halsfuß ermöglicht eine sehr schöne Bespielbarkeit im höchsten Register. Ein nettes Feature sind die beiliegenden Security Locks im Schaller-Stil. Für alle, die sich fragen: Ja, originale (alte Form) Schaller Locks passen auf die Gurtpins der Gitarre und die Locks passen auf Schaller Pins!
Nun zum Wichtigsten, der Sound:
ALTER SCHWEDE! Diese Telsla AH-5 sind der absolute Hammer! Ich spiele Mit Ernie Ball Skinny Top Heavy Bottoms in C#-Standard und Drop-H.
Clean wie verzerrt höre ich keinen Unterschied zu den EMG 57ern in meiner CST-24T, weder an meinem Mesa Boogie MK3, noch am Helix Stadium. Keine Nebengeräusche, kein Brummen, nichts. Absolut sauber auch bei Ultra High Gain!
Die Saitentrennung ist sogar ein bisschen besser als bei den EMGs.
Bei den tiefen Tunings, in denen ich unterwegs bin, kann es bei manchen Pickups zu unsauberem Verhalten im Low End kommen, nicht bei den Teslas! Die sind ultra tight im high gain, aber clean auch nicht anämisch. Hut ab Jungs, da habt ihr richtig gut ausgesucht! Bitte lasst diese Pickups auch in Zukunft in dem Modell drin, alles andere, außer wesentlich teurere Markenpickups, wäre ein massives Downgrade für diese Gitarre!
Wermutstropfen:
Das einzige, das ich nicht ganz verstehe ist, dass bei dem Modell keine Locking Tuner (mehr) drauf sind. Nicht falsch verstehen, die Möchtegern-Gotoh-Tuner, die auf der Gitarre drauf sind, sind mehr als OK, aber Lockingmechaniken kosten nicht viel mehr als reguläre und werten jede Gitarre pauschal auf, gerade wenns ums Saiten wechseln geht und man davon ausgehen darf, dass das eigentlich eine Gitarre für Anfänger und etwas Fortgeschrittene Gitarristen ist. Die 20€ extra hätte ich gerne gleich mitbezahlt und jeder Anfänger, der sich beim Saitenwechseln die Unterhose einsaut, freut sich drüber.
Fazit:
Ich habe tatsächlich den Vergleich mit einer LTD EC-1000, eines Bekannten.
Klar, da steht Mahagoni gegen Meranti, Ebenholz gegen Palisander, Abalone gegen Perloid, EMGs gegen Teslas, etc. Aber für 299€ (Stand 10/26) frage ich mich ehrlich, warum ich für eine funktionell und tonal ziemlich gleichwertige Gitarre knapp 900€ mehr ausgeben soll. Nur damit dann nicht Harley Benton auf der Kopfplatte steht? Denkt da mal drüber nach Leute, Ihr macht den Markt, nicht die Hersteller!
DAS ist der Grund, warum ich HB spiele.
Übrigens: ich habe eingangs erwähnt, dass ich alle anderen meiner HBs stark modifiziert habe. Bei der SC Custom III bleibt alles wie es ist. Sie bekommt höchstens EVENTUELL irgendwann mal Locking Tuner, aber das eilt absolut nicht.
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