Auf meinem Marcus Miller V5-5 (Jazz-Bass-Style, rein passiv) waren bislang noch die originalen D'Addario EXL170-5 aufgezogen. Die fand ich klanglich perfekt für diesen Bass, haptisch allerdings etwas arg rauh. Und vielleicht deswegen hat sich bei mir eine längst vergessene Nickelallergie wiedergemeldet. Also hab ich nach Alternativen gesucht. Die Besprechungen hier und der noch halbwegs erträgliche Preis haben mich bewogen, sie mal (auf Risiko" zu bestellen.
Man liest an verschiedenen Stellen (u.a. bei La Bella selbst), dass man vorsichtig mit "bending" und "tugging" sein soll (also horizontales oder vertikales Ziehen, um sie schneller stimmstabil zu bekommen) - hab ich berücksichtigt. Ich hab sie, im Unterschied zum Originalsatz, dann auch nicht durch den Body, sondern oben durch die Brücke aufgezogen, weil der Knickwinkel an der Bridge bei dem Bass schon extrem scharf ist. Hab sie dann lediglich etwas über die Brückenreiter nachgebogen.
Klang:
natürlich sind die Saiten noch sehr frisch, bisher gefallen sie mir ausnehmend gut, zumindest die 4 oberen Saiten. Im Vergleich zu den EXL 170-5 sind sie insgesamt etwas weniger brilliant und "rauh" im Klang, klingen aber klar nach "Rounds", definitiv nicht nach Flats.
In verschiedenen Rezensionen (auch hier) kann man lesen, dass die H-Saite irgendwie anders klingt, manche schreiben sogar, sie wäre "tot", was ich aber nicht bestätigen kann. Aber ja, sie klingt schon leicht anders, ich würde sagen wärmer und weniger brilliant. Mit offener Tonblende und beiden PUs ist das beim Wechsel von der E- auf die H-Saite deutlich zu hören.
Bei geschlossener Tonblende (so spiele ich fast immer) und/oder bei zugedrehtem Bridge-PU hört man das aber kaum noch. Ist für mich daher kein Problem. Und dann schauen wir mal, wie sich die Alterung auswirkt.
Haptik: klar, das sind keine Flatwounds, aber sie gehen schon ganz deutlich in diese Richtung. Sie sind schon ziemlich glatt, beim Sliden spürt man eine minimale Rauhheit. Eigentlich perfekt für mich.
Fazit: erstmal "best of both worlds". Was die Unausgewogenheit zwischen den Saiten angeht: abwarten, wie sie sich entwickeln, wenn sie ein paarmal im Bandkontext "hergenommen" wurden. Dann gibt's vllt auch noch ein Update
Update: gestern im Probenraum mit der lauten Rock-Combo: die Saiten klingen S-U-P-E-R, setzen sich sehr gut durch. Die H-Saite fällt überhaupt nicht negativ auf. Die bleiben erstmal!