ML
Ein paar Macken, aber - mit etwas Trickserei - brauchbar (update unten).
Das NUX klingt zwar nicht wie ein (gepflegtes) 201, aber sehr charaktervoll und brauchbar. Außerdem sieht die Kiste ziemlich stabil aus.
Die Dealbreaker (für mich):
1. 'Kill Dry' nur bei eingeschaltetem Effekt. Im Bypass schaltet das NUX dann doch wieder das Eingangssignal durch — und das will man nicht, denn…
2. Das Direktsignal klingt dünn und überpresent, bei allen gebräuchlichen Signalketten (gebuffert, passiv, hoch- und niederpegelig). Geht also nur im Parallel-Bypass mit Muteschalter oder - besser - Volumenpedal vor dem NUX. BTW: Das Direktsignal durchläuft ebenfalls die Wandler und ist daher NICHT latenzfrei > Kammfilter-Genäsel im Parallelbetrieb.
3. Der Feedbackeffekt (wenn aktiviert: geschaltet mit Bypass hold) fährt nicht einfach den Repeat-Parameter in die Selbstoszillation, sondern ruft einen beliebigen feedbackähnlichen Klangeffekt ab, der mit dem vorher gehörten Echo nichts gemein hat.
4. Bei Belegung des Expressionpedals mit 'Repeat' funktioniert es dann wie erwartet, aber: Wenn das Echo sich hochschaukelt und anfängt zu zerren (also da, wo der coole Dub-Schmutz anfängt), kommen plötzlich Subbässe mit extremen Pegel dazu*, die das an sich dramaturgisch wertvolle Geräusch sowohl fürs Mischen, erst recht in einem Gitarrensetup völlig unbrauchbar machen.
Sowohl der eingebaute Bassregler als auch ein radikaler Basscut im Pult helfen nicht viel weiter; mit extremen EQ-Eingriffen wird man das Geklopfe zwar los, aber leider klingt das Echosignal dann wie ein Handylautsprecher aus den 90ern.
Immerhin ein interessanter Bassdrum-Sound.
Mein Fazit:
+ Guter Effektklang, statische Effektsounds von Slapback über Lead-Delay bis Frippertronics kommen auf hohem Niveau und ohne Nebengeräusche; Die Tap-Funktion ist (im Gegensatz zu manchen TC-Geräten) recht genau, so daß punktierte Achteldelays mit vielen Repeats schön tight bleiben.
- Für interaktive Effektkapriolen wie beim Original taugt das NUX leider NIX. Subbässe bei weit aufgedrehtem 'Repeat' zerstören das an sich gute Effektsignal.
Im Bypass wird der gekillte 'Dry' leider wieder lebendig - und das mit Latenz. Das Direktsignal klingt leider nicht so schön. Neutral geht anders.
Die erhoffte Rettung durch die App fiel leider aus, weil ich (außer MIDI-Mapping) nichts entdeckt habe, was man nicht auch am Gerät erledigen kann.
Update +++++++++++++++++++++++++++
Ich habe jetzt mal die oben beschriebene Lösung für das KillDry-Problem mit einem Stereo-Volumenpedal aufgebaut: Ein Kanal regelt das Eingangssignal und der andere läuft als Expression-Pedal, mit 'Repeat' als Parameter. Jetzt kann ich parallel den Echo-Send und das Feedback regeln (die beiden Pedal-Kanäle sind im Regelweg separat kalibrierbar) und das NUX lässt sich nun mit etwas Übung intuitiv für Dub-Orgien verwenden.
*Das Problem mit den Subbass-Frequenzen kam NICHT vom NUX, sondern vom Kanalkompressor des SSL Six, wo das Echosignal anliegt. Mit weniger Kompression klingt es auch und die 'Bassdrum' ist weg.
Also, neues Fazit: Das Ding ist - mit entsprechender Integration ins Gesamtkunstwerk - auch für pingelige Nerds wie mich gut zu gebrauchen. Und: Mir ist klar, dass viel Kollegen mit den von mir beschriebenen Dingen gar kein Problem hätten. :o))
Die Dealbreaker (für mich):
1. 'Kill Dry' nur bei eingeschaltetem Effekt. Im Bypass schaltet das NUX dann doch wieder das Eingangssignal durch — und das will man nicht, denn…
2. Das Direktsignal klingt dünn und überpresent, bei allen gebräuchlichen Signalketten (gebuffert, passiv, hoch- und niederpegelig). Geht also nur im Parallel-Bypass mit Muteschalter oder - besser - Volumenpedal vor dem NUX. BTW: Das Direktsignal durchläuft ebenfalls die Wandler und ist daher NICHT latenzfrei > Kammfilter-Genäsel im Parallelbetrieb.
3. Der Feedbackeffekt (wenn aktiviert: geschaltet mit Bypass hold) fährt nicht einfach den Repeat-Parameter in die Selbstoszillation, sondern ruft einen beliebigen feedbackähnlichen Klangeffekt ab, der mit dem vorher gehörten Echo nichts gemein hat.
4. Bei Belegung des Expressionpedals mit 'Repeat' funktioniert es dann wie erwartet, aber: Wenn das Echo sich hochschaukelt und anfängt zu zerren (also da, wo der coole Dub-Schmutz anfängt), kommen plötzlich Subbässe mit extremen Pegel dazu*, die das an sich dramaturgisch wertvolle Geräusch sowohl fürs Mischen, erst recht in einem Gitarrensetup völlig unbrauchbar machen.
Sowohl der eingebaute Bassregler als auch ein radikaler Basscut im Pult helfen nicht viel weiter; mit extremen EQ-Eingriffen wird man das Geklopfe zwar los, aber leider klingt das Echosignal dann wie ein Handylautsprecher aus den 90ern.
Immerhin ein interessanter Bassdrum-Sound.
Mein Fazit:
+ Guter Effektklang, statische Effektsounds von Slapback über Lead-Delay bis Frippertronics kommen auf hohem Niveau und ohne Nebengeräusche; Die Tap-Funktion ist (im Gegensatz zu manchen TC-Geräten) recht genau, so daß punktierte Achteldelays mit vielen Repeats schön tight bleiben.
- Für interaktive Effektkapriolen wie beim Original taugt das NUX leider NIX. Subbässe bei weit aufgedrehtem 'Repeat' zerstören das an sich gute Effektsignal.
Im Bypass wird der gekillte 'Dry' leider wieder lebendig - und das mit Latenz. Das Direktsignal klingt leider nicht so schön. Neutral geht anders.
Die erhoffte Rettung durch die App fiel leider aus, weil ich (außer MIDI-Mapping) nichts entdeckt habe, was man nicht auch am Gerät erledigen kann.
Update +++++++++++++++++++++++++++
Ich habe jetzt mal die oben beschriebene Lösung für das KillDry-Problem mit einem Stereo-Volumenpedal aufgebaut: Ein Kanal regelt das Eingangssignal und der andere läuft als Expression-Pedal, mit 'Repeat' als Parameter. Jetzt kann ich parallel den Echo-Send und das Feedback regeln (die beiden Pedal-Kanäle sind im Regelweg separat kalibrierbar) und das NUX lässt sich nun mit etwas Übung intuitiv für Dub-Orgien verwenden.
*Das Problem mit den Subbass-Frequenzen kam NICHT vom NUX, sondern vom Kanalkompressor des SSL Six, wo das Echosignal anliegt. Mit weniger Kompression klingt es auch und die 'Bassdrum' ist weg.
Also, neues Fazit: Das Ding ist - mit entsprechender Integration ins Gesamtkunstwerk - auch für pingelige Nerds wie mich gut zu gebrauchen. Und: Mir ist klar, dass viel Kollegen mit den von mir beschriebenen Dingen gar kein Problem hätten. :o))
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