Ich besitze schon eine Weile eine Yamaha-Trompete mit dem Originalkoffer (Art.-Nr. 559451). Nun wollte ich mein Equipment erweitern und mir einen Wah-Wah-Dämpfer zulegen. Problem: Der passt nicht in den Yamaha-Koffer. Zum Glück hatte mein Kollege aus dem Orchester mir diesen Koffer hier empfohlen, denn er bietet deutlich mehr Platz. Für mich sollte der Koffer den von Yamaha möglichst ersetzen und daher werde ich die beiden hier einfach mal etwas vergleichen. Zusammenfassung: Der Koffer erfüllt das Ziel und überzeugt mich ausreichend.
Funktionsumfang/Größe/Stauraum:
- Wahres Raumwunder. Der Koffer ist kaum größer als der Yamaha (1–2cm). Trotzdem passen ins Hauptfach neben dem Instrument sage und schreibe drei Dämpfer: Cup Mute und Practice Mute (jeweils Denis Wick) und Wow-Wow Mute (Harmon). Vom Cup Mute muss man nicht einmal den Becher abnehmen! Man kann natürlich auch einen der Dämpfer weglassen und stattdessen eine Wasserflasche reintun.
- Am Deckel gibt es eine große Tasche für Noten u.a. Außen dran und innerhalb der großen Tasche gibt es mehrere weitere kleine Taschen (z.B. für Pflegemittel, Stifte, ...). In die große Tasche bekomme ich auch gut eine dünne Jacke oder einen Pulli rein.
- Vergleich Yamaha-Koffer: Kein Platz für Wah-Wah, Cup Mute passt nur auseinandergebaut, maximal ein Dämpfer + Flasche oder zwei Dämpfer. Pulli oder Jacke passt, aber wird extrem eng. Man kann beide Koffer als Rucksack, Koffer oder Umhängetasche tragen.
Stabilität/Verarbeitung:
- Was direkt im Vergleich auffällt: Griffe, Füße und Gurte sind bei diesem Koffer nur am Außenmaterial befestigt. Beim Yamaha ist alles fest mit dem harten Korpus verbunden. Dadurch fühlt sich der Ortola etwas wackelig und schwammig an.
- Der Korpus besteht aus einem festen Schaummaterial, welches sich mit Kraft ein bisschen eindrücken lässt. Der Yamaha hat eine Hartschale – die macht einen deutlich stabileren Eindruck. Das heißt aber nicht, dass der Ortola-Koffer das Instrument nicht ausreichend schützt. Schließlich wird man sein Instrument ja nicht aus Häusern werfen oder in die Flugfracht geben. Ich habe jedenfalls keine Angst, dass meiner Trompete in dem Koffer irgendwas passiert.
- Im Großen und Ganzen wirkt der Koffer wertig und gut und sauber verarbeitet. Der Yamaha fühlt sich zwar besser an, aber der Ortola ist dennoch mehr als ausreichend.
Tragekomfort:
- Die Rucksackgurte sind etwas ungeschickt angebracht. Dadurch liegen sie in der oberen Taillengegend enger am Körper an, als beim Yamaha. Ich habs mir bequemer gemacht, indem ich sie unten um 180° gedreht eingeclipst habe. Beim Yamaha ist unten eine drehbare Verbindung, weshalb sich die Gurte da von selbst besser legen können.
- Weil die Rucksackgurte nur am Obermaterial angebracht sind, kippt der Koffer beim Laufen immer ein bis zwei cm nach hinten und schwingt etwas hin- und her. Auch beim Fahrradfahren liegt er dadurch nicht ganz stabil auf dem Rücken.
Fazit: Der Stauraum mach diesen Koffer für mich zu einem riesigen Upgrade. Das Verhältnis aus Koffergröße und Stauraum ist in der Preiskategorie einfach ungeschlagen. Tragegefühl, Verarbeitung und Schutz fürs Instrument sind zwar beim Yamaha-Koffer besser, aber hier auf jeden Fall auch ausreichend.
Empfehlen würde ich den Koffer fortgeschrittenen Schülern und Hobbymusikern, die Platz für ein Instrument und mehrere Dämpfer brauchen. Der Tragekomfort macht den Koffer eher ungeeignet für Kinder – außerdem ist er nicht so unverwüstlich, wie der Yamaha-Koffer.