ML
Zwei Schritte nach vorn, einer zurück?
Zunnächst mal die positiven Aspekte:
Seine Hauptdisziplin als Stimmgerät erledigt das Gerät mit der gewohnten, Strobo-typischen Präzision und Schnelligkeit. 10 von 10 Punkten.
Das Display ist auch unter ungünstigen Bedingungen gut erkennbar, zumindest bei den Grundfunktionen.
Auch das Metronom ist - dank eines sehr knackigen, aber wohlklingenden und nicht-tonalen Sidestick-Samples - sehr angenehm zu verwenden. Die polyphonen Optionen und Taktmaße, Betonungen usw. brauche ich persönlich nicht so sehr, sind aber für Viele sicher eine interessante Option.
Im Vergleich mit dem Vorgänger STROBO FLIP, den ich seit vielen Jahren im Studio verwende, stelle ich fest:
• Den alten FLIP schaltet man mit einem kurzen Fingerdruck, quasi im Vorbeihuschen, an und er zeigt innerhalb einer halben Sekunde die Tonhöhe — der +HDC verlangt einen längeren Fingerdruck auf dem Einschaltknopf und braucht dann vier Sekunden boot-up, bis das Display arbeitet.
Das mag vielen ziemlich wurscht sein, aber wenn ich bei Aufnahmesessions mehrere Instrumente, darunter auch 12-saitige und Mandolinen, zu stimmen habe und gleichzeitig mit einem Produzenten, Techniker oder Mitmusikern kommunizieren will, ist das tatsächlich ein spürbarer Nachteil.
• Trotz seiner Schnelligkeit lasse ich den FLIP immer eingeschaltet, so daß ich jederzeit, auch mitten im Take, nebenher die Stimmung checken kann. Sein unauffälliges LC-Display ist hier von Vorteil. Das viel hellere HD-Display des +HDC schaltet sich dauernd an und aus und stört mit seinem Geflimmer die Konzentration (typische Position: Sideboard, Monitor- oder, mitten im Bild, Notenpult).
Es ist schwer, einem - ohnehin zuweilen erratisch zuckenden - Dirigenten durch 11/8-tel-Gestrüpp zu folgen, wenn im Nahbereich ein grelles Display arrhythmisch blinkt.
• Beim +HDC gibt es zwar einige Farboptionen, die etwas Linderung versprechen, aber es gibt nur zwei Aufstellmöglichkeiten: Flach oder mit ausklappbarer Stütze. Oft ist der Winkel nicht optimal, und man muss doch wieder auf eine grellere Variante umschalten. Beim FLIP lässt sich das Display von 0-180° stufenlos schwenken und ist daher immer mühelos ablesbar.
• Der FLIP hält mit drei AA-Akkus zwei Aufnahmetage durch; Ersatz gibts an jeder Tankstelle, Supermarktkasse und gutsortierten Studioschubladen — der +HDC hat einen ziemlich winzigen, proprietären Blockakku, der bereits nach fünf Stunden schwächelt. Billige Schaltnetzteile (beim Flip noch im Lieferumfang) machen im Aufnahmeraum gelegentlich Ärger (z. B. P90 & Tele-PUs), daher freue ich mich über lange Betriebszeit mit Batterie.
Fazit: Der +HDC kann viel mehr als sein Vorgänger und ist daher für Chorleiter, Dirigenten, Filmmusikproduktion (Zeitmessfunktion!), etc. möglicherweise ein perfektes Arbeitstier. Genau für solche Anwendungen und als Ersatzgerät behalte ich die Kiste, weil sie da gut funktioniert.
Als unaufälligen 'Immer-an'-Begleiter fürs Studio oder fürs schnelle Checken zwischendurch finde ich - wie viele professionelle Kollegen - den uralten STROBO-FLIP wesentlich brauchbarer.
Ich hoffe, das Peterson diese Praxiserfahrungen beim nächsten Modell berücksichtigt — und das mein 18 Jahre alter STROBO-FLIP (genauer: Das Kabel zum schwenkbaren Display) solange noch durchhält. :o))
Seine Hauptdisziplin als Stimmgerät erledigt das Gerät mit der gewohnten, Strobo-typischen Präzision und Schnelligkeit. 10 von 10 Punkten.
Das Display ist auch unter ungünstigen Bedingungen gut erkennbar, zumindest bei den Grundfunktionen.
Auch das Metronom ist - dank eines sehr knackigen, aber wohlklingenden und nicht-tonalen Sidestick-Samples - sehr angenehm zu verwenden. Die polyphonen Optionen und Taktmaße, Betonungen usw. brauche ich persönlich nicht so sehr, sind aber für Viele sicher eine interessante Option.
Im Vergleich mit dem Vorgänger STROBO FLIP, den ich seit vielen Jahren im Studio verwende, stelle ich fest:
• Den alten FLIP schaltet man mit einem kurzen Fingerdruck, quasi im Vorbeihuschen, an und er zeigt innerhalb einer halben Sekunde die Tonhöhe — der +HDC verlangt einen längeren Fingerdruck auf dem Einschaltknopf und braucht dann vier Sekunden boot-up, bis das Display arbeitet.
Das mag vielen ziemlich wurscht sein, aber wenn ich bei Aufnahmesessions mehrere Instrumente, darunter auch 12-saitige und Mandolinen, zu stimmen habe und gleichzeitig mit einem Produzenten, Techniker oder Mitmusikern kommunizieren will, ist das tatsächlich ein spürbarer Nachteil.
• Trotz seiner Schnelligkeit lasse ich den FLIP immer eingeschaltet, so daß ich jederzeit, auch mitten im Take, nebenher die Stimmung checken kann. Sein unauffälliges LC-Display ist hier von Vorteil. Das viel hellere HD-Display des +HDC schaltet sich dauernd an und aus und stört mit seinem Geflimmer die Konzentration (typische Position: Sideboard, Monitor- oder, mitten im Bild, Notenpult).
Es ist schwer, einem - ohnehin zuweilen erratisch zuckenden - Dirigenten durch 11/8-tel-Gestrüpp zu folgen, wenn im Nahbereich ein grelles Display arrhythmisch blinkt.
• Beim +HDC gibt es zwar einige Farboptionen, die etwas Linderung versprechen, aber es gibt nur zwei Aufstellmöglichkeiten: Flach oder mit ausklappbarer Stütze. Oft ist der Winkel nicht optimal, und man muss doch wieder auf eine grellere Variante umschalten. Beim FLIP lässt sich das Display von 0-180° stufenlos schwenken und ist daher immer mühelos ablesbar.
• Der FLIP hält mit drei AA-Akkus zwei Aufnahmetage durch; Ersatz gibts an jeder Tankstelle, Supermarktkasse und gutsortierten Studioschubladen — der +HDC hat einen ziemlich winzigen, proprietären Blockakku, der bereits nach fünf Stunden schwächelt. Billige Schaltnetzteile (beim Flip noch im Lieferumfang) machen im Aufnahmeraum gelegentlich Ärger (z. B. P90 & Tele-PUs), daher freue ich mich über lange Betriebszeit mit Batterie.
Fazit: Der +HDC kann viel mehr als sein Vorgänger und ist daher für Chorleiter, Dirigenten, Filmmusikproduktion (Zeitmessfunktion!), etc. möglicherweise ein perfektes Arbeitstier. Genau für solche Anwendungen und als Ersatzgerät behalte ich die Kiste, weil sie da gut funktioniert.
Als unaufälligen 'Immer-an'-Begleiter fürs Studio oder fürs schnelle Checken zwischendurch finde ich - wie viele professionelle Kollegen - den uralten STROBO-FLIP wesentlich brauchbarer.
Ich hoffe, das Peterson diese Praxiserfahrungen beim nächsten Modell berücksichtigt — und das mein 18 Jahre alter STROBO-FLIP (genauer: Das Kabel zum schwenkbaren Display) solange noch durchhält. :o))
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