Beim SPL Big Studio handelt es ich um einen Prozessor für die Bearbeitung des Stereo Images.
Hierbei ist er vor allem fürs Mastering oder im Mixbus gut geeignet. Es handelt sich nicht um eine einfache M/S Bearbeitung wie bei vielen anderen Geräten, sondern um eine neuartige Schaltung, die keine Phasenprobleme verursacht. Die Geräte von SPL haben nach und nach ein neues schwarzes Layout bekommen, das im Studiorack eine super Figur macht. Alle Regler und Taster sind hochwertig. Hier wurde nirgends gespart.
Zum Äußeren:
Ein- und Ausgänge:
- Stereo XLR symmetrisch - oben und unten beschriftet (clever)
Ein- und Ausschalter:
- ist hinten am Gerät verbaut (schade, ich mag es eher am Frontpanel)
4 Regler:
- sind alle fein gerastert
- der Range Regler regelt den Frequenzbereich, der bearbeitet werden soll
- der Stage Regler regelt, ob die Stereo Bühne des ausgewählten Frequenzbereiches nach vorne oder hinten geschoben werden soll
- mit dem Bigness Regler wird die Intensität der Stereo Image Bearbeitung eingestellt
- der Tube Harmonics Regler mischt Obertöne hinzu
3 Taster:
- Harmonics zum Ein-/Ausschalten der harmonischen Obertöne durch die Röhre
- Bass - spezielle Bassanhebung wie im SPL IRON Mastering Compressor
- ON - ist ein BYPASS Schalter (kein Ein- und Ausschalter für das Gerät - dieser ist hinten verbaut)
Beschriftung:
- deutlich lesbar
- im Unterschied zum SPL 500er Modul und zur Software von Plugin-Alliance weist der BIGNESS Regler eine andere Skale auf
- SPL Studio 1-9
- SPL 500er / Software 1-19
Besonderheit des SPL Studio Prozessors:
- SPL Big Studio verfügt über eine Röhre zum Beimischen von Obertönen
Erfahrungen bei der Anwendung:
Der SPL Big Studio benötigt eine gewisse Aufwärmzeit für die Röhre. Das Gerät arbeitet ohne Rauschen.
Man kann bei der Anwendung eigentlich nichts falsch machen. Ich selbst drehe den Bigness Regler meistens erst einmal voll auf und suche mit den Reglern Range und Stage den besten Bereich aus, der bearbeitet werden soll. Danach gebe ich Obertöne mit dem Harmonics Regler hinzu bis das Audiomaterial interessant und angenehm klingt. Den Bigness Regler nehme ich danach wieder bis zu einem gefälligen Punkt zurück. Je nach Audiomaterial gebe ich noch das Bassfilter hinzu oder eben nicht.
Sound:
Der Sound ist wirklich phänomenal. Jede Produktion gewinnt hier wirklich an Wert. Der Mix wirkt deutlich plastischer und runder. Man kann Instrumente z.T. besser im Stereobild orten und dadurch auch besser in den einzelnen Spuren bearbeiten. Im Vergleich zum SPL Vitalizer ist dieses Gerät deutlich einfacher in der Handhabung. Dazu muss ich sagen, dass auch das Stereobild für mich deutlich besser klingt als beim Viltalizer MK3.
Gedanken zur Anwendung:
Ich habe auch diverse Tests mit verschiedenen Signalen gemacht. Der SPL Big hat den großen Vorteil, dass er das Mono Signal in der Mitte belässt und nicht bearbeitet. Das ist auf jeden Fall top. Die Filter des Prozessors arbeiten sehr präzise und verfälschen das Bild nicht. Für die besten Ergebnisse sollte man in der DAW genau festlegen, welche Spur Mono sein soll und welche nicht, dann läuft die Bearbeitung hervorragend. Gerade heutzutage bekommt man für alles Stereo-Samples (Kick, Bass usw.) Ich empfehle dringend diese Spuren in Mono down zu mixen und den Rest in Stereo zu lassen. So erhält man mit dem SPL Big Studio ein fantastisches Soundfeld.
Ein noch besseres Ergebnis konnte ich im Zusammenspiel mit meinem Dangerous Music 2 BUS+ erzielen. Hier kann man beim Summieren noch Spuren besser in die Mitte mittels Mono Schalter setzen. Mein SPL Big Studio kommt hier im BUS Insert Weg zum Einsatz. Das Ergebnis ist absolut genial.
Vergleich Software / Hardware:
Ich besitze den SPL Big sowohl als Software wie auch als Hardware Variante.
Im Gegensatz zur Hardware kann man es aufgrund der erweiterten Skale des Big Reglers in der Software auf jeden Fall überteiben.
Der Mix verliert dann seinen Fokus und klingt schwammig.
Wenn man ähnliche Einstellungen wählt, klingen die beiden Prozessoren trotzdem unterschiedlich.
Der SPL Studio Prozessor klingt wohliger und man ist irgendwie mehr mittendrin. Dazu kommt noch, dass man mit dem Studioprozessor bis zu 0.5 dB Headroom rausholen kann.
Die Software klingt etwas flacher. Die Ortung der Signale ist hier nicht ganz so gut.
Fazit:
Der SPL Big Studio ist eine Bereicherung, wenn man ihn gut einsetzt.
Beim Einsatz im Mastering spielen auf jeden Fall noch andere Faktoren für einen guten Sound eine Rolle.
Zu nennen wäre hier das genutzte Interface, die gewählte Sample Rate und Bit Tiefe sowie die Nutzung eines Summierers.
Klare Kaufempfehlung!