Die von Bechstein autorisierte Klaviatur ist fantastisch, und die jeweils 3 Sensoren arbeiten sehr exakt. Auf kaum einem anderen Digitalpiano kann man so gut repetieren. Nur die Pedale sind ausgesprochen schwergängig (allerdings haben die Bechstein-Flügel - anders als Steinway, Blüthner, Sauter usw. - tatsächlich genau so ein schwergängiges Pedal), und das Sustain-Pedal spricht viel zu weit unten an, selbst wenn ich Half Pedal auf -2 setze. Ich habe aus Teppichboden ein Stück ausgeschnitten und oben unter das Pedal gesteckt, so dass die Ruheposition jetzt einen Zentimeter tiefer liegt (funktioniert, sieht nur nicht so schön aus). Die Original-Feder des Sustain-Pedals mit einer Druckkraft von ca. 40 daN habe ich selbst gegen eine leichtere mit einer Druckkraft von 20 daN ausgetauscht und dabei gefunden, dass die Rückwand des Metallgehäuses der Pedaleinheit wegen der schwergängigen Feder bereits nach 2 Wochen verbogen war. Der Stecker der Pedaleinheit ist mickrig und empfindlich und kann ganz leicht beschädigt werden. Von den 3 Flügelklängen ist für einen guten klassischen Pianisten nur der Berlin-Klang akzeptabel (nur der wurde in Zusammenarbeit mit Bechstein entwickelt), und auch nur mit zusätzlichen akustischen Einstellungen wie Hall, Deckelöffnung, String Resonance usw. und dann auch nur über Kopfhörer, nicht über Lautsprecher. Ein richtig gutes Ergebnis (jedenfalls über Kopfhörer) bekommt man, wenn man das Instrument als MIDI-Controller für ein Software-Piano (VSTi) benutzt. Ich spiele mein GP-310 mit Galaxy Vintage D und Garritan CFX auf meinem Notebook als Klangquelle; mit Pianoteq ist es auch sehr gut. Dann ist es wie an einem echten Flügel. Bei soviel Eigenleistung vergebe ich für das Instrument im Lieferzustand "nur" 3 Sterne. Das Ergebnis nach meinem "Umbau" als MIDI-Controller ist 5 Sterne wert. Wenn man allerdings kein richtig guter Pianist ist, wäre ein billigeres Instrument bestimmt ausreichend.