Herr, es ist Zeit, der Sommer war sehr groß, schreibt Rilke, leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren und bei Thomann lass die Gibsons los!
Eine von Rilkes erhabenen Gitarren hat der Herbstwind zu mir geweht. Les Paul 60s faded bourbon burst.
Diese Farbe muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, den bereitgestellten Bourbon selbstverständlich auch! Ich hatte extra anstelle des üblichen Plastikbechers ein richtiges Glasglas auf dem Tisch um die Farben vergleichen zu können, und muss zugeben dass sowohl honey burst als auch dieses unglaubliche bourbon burst echt whiskeymässig wirken (...also ich meine optisch).
Als jahrhundertelanger 50s Spieler hat sich meine Angst bei 60s Modellen Wärme zu verlieren verwhiskeyflüssigt. Diese Axt ist Katzenwarm. Toller Ton, vielleicht ein wenig höhenreicher als eine 50s, kann man aber am Tone Poti oder Amp ausgleichen. Außerdem trägt das fadet ebenfalls zu einem warmen Ton bei.
Was bedeutet eigentlich faded? Holz in der Hand! Gaaanz tolles Holzgriffgefühl. Durch das fehlen der letzten Lackschichten schwingt die Gitarre anders. Nach meinem persönlichen Gefühl ist der Ton wärmer (etwas bassbetonter) als bei lackieten Exemplaren.
Der Hals meiner Axt hier ist nicht so dünn wie bei einer Classic, greift sich aber super angenehm.
Hammer Cleansound, enorm gute Anzerre und oberamtlicher Overdrive Klang mit allen Schattierungen. Und sie ist überaus dynamisch, gibt alle gezupften, gehauchten und geschlagenen Nuancen wieder. Da kann man sich glücklich schätzen Gitarrist geworden zu sein.
Zu erwähnen sei noch (was wahrscheinlich jeder Les Paul Fan sowieso schon weis) bei den 50s und 60s Serien gibts kein weight relief mehr - find ich gut, und keine Linkshänder Instrumente - find ich Sch…lecht, da wir Linkshänder existieren, genau wie der Jazz, für den Gibson auch nix mehr tut!
Sei´s drum, diese Gitarre hier ist so überwältigend wie dieser Herbst. Man kann sie den ganzen Tag mit Wohlgefallen betrachten und mit aller Hingabe spielen, und sie hat sich dadurch einen zwölffachen Bourbon verdient (für jede Saite einen - und für den linkshändigen Gitarristen mit sechs Sattelfeilen). Cheers