Ich bin ein großer Fan dieser Taschen -Amps, für schnelle Aufnahmen oder Jams im kleinen Rahmen sehr praktisch und mittlerweile ist die Soundqualität der Zwerge ja auch auf Profi-Niveau angekommen. Nach mehreren Anläufen ist der Amp dann auch heute angekommen und ich habe ihn ausgiebig getestet, meine Eindrücke: der Look ist H&K typisch mit beleuchteter Front, sieht mit den 4 roten Reglern (Master, Sagging,Tone, Gain) ziemlich cool und wertig aus... trotz Plastikgehäuse, der "Bionic Tone-Generator" leuchtet mystisch orange-rot. Links Kopfhörer, rechts Gitarren Input, auf der Rückseite Lautsprecher-Buchse, Line-Out und Aux-in...Effektweg? Fehlanzeige! Angeschlossen und mit folgender Einstellung gestartet Master 7 Uhr, Sagging 11 Uhr, Tone und Gain 12 Uhr, zwei 1x12" Cabs (Eminence R.W.a.B. und Celestion Vintage 30) im Wechsel, Gitarre ist eine Legator Headless 7-Saiter. Erste Töne gespielt...nichts passiert, Master langsam aufgedreht, kommt immer noch (fast) nichts....bei Vollgas, also 17 Uhr-Stellung produziert der Amp dann einen Pegel, den ich noch nicht einmal mit Zimmerlautstärke (oder überhaupt Lautstärke) beschreiben kann....das Ding ist super leise, extrem leise...in etwa wie eine Ukulele. Es scheint, als wurde bei der Watt-Angabe die 0 gegen eine zwei getauscht und das Komma vergessen....wenn überhaupt! Zum Gegencheck meinen Hotone Heartattack Nano-Amp (5 Watt) , ebenfalls Gain auf 12 Uhr, Klangregelung neutral eingestellt zu Rate gezogen...bei Master auf 8 Uhr meckert meine Freundin im Nebenzimmer, bei 9 Uhr die Mieter über mir! Also brett-laut...trotz bei nur 1/5 der Leistung ein vielfaches Lauter, als der H&K. [Edit: heute morgen funktioniert er auf einmal mit angegebener Power, also doch sehr laut...strange] Den Sound vom H&K kann ich etwa so beschreiben: Metal? Jein....willst Du nur tiefe, schiebende Powerchords spielen, dann ja....spielst Du aber schnelle Riffs oder mehr als nur Powerchords auf einer 7-Saiter, dann definitiv nein! Der Amp ist klanglich unglücklich abgestimmt, soll heißen er klingt künstlich aufgeblasen....und künstlich und aufgeblasen. Das Low-End mag zwar auf den ersten Blick wirklich beeindruckend sein, in der Praxis ist das aber (selbst bei einer 1x12er) viel zu rumpelig und schmiert den Sound zu, Riffs mit tiefer E oder H-Saite als Pedalton klingen unabhängig von der Tone-Einstellung einfach nur unsauber, die tiefe Saite wird unnatürlich laut abgebildet...und meine Legator klingt eher präzise und schlank, meine Paula habe ich erst gar nicht versucht. Dagegen klingen die Mitten unnatürlich und sehr synthetisch, die Höhen, je nach Einstellung, zu belegt oder zu kreischig. Dazu wirkt der Sound , selbst bei Sagging auf 0 und Gain unter 12 Uhr, unangenehm totkomprimiert, was in einem sehr synthetischen Spielgefühl, ähnlich wie bei einem billigen Modeling-Amp, resultiert. Ich habe so ne Idee, warum der "Bionic Tone-Generator" sich nicht durchgesetzt hat. Ich werde den Amp auf jeden Fall zurückschicken, da das Teil für mich unbrauchbar ist, meine Meinung zu Hughes & Kettner ist leider nicht zum Besseren verändert worden, schade....