Welches Case hÀtten's denn gern?
WĂ€r doch auch mal ne tolle Idee fĂŒr ne TV-Quiz-Show, oder?
Denn so viele Gig-Bags und Koffer fĂŒr so viele Instrumente von so vielen Herstellern ... Und Thomann hat ja viele von denen.
Da kommt dann die berĂŒhmte Qual der Wahl auf, und wer ein schmaleres BĂŒdget hat, der schaut ja eh noch auf den Preis.
Ging mir auch so, als ich mir vor ca. zwei Jahren mal eine schöne Yamaha FGX 720 in Schwarz gekauft hatte, und zwar direkt vor Ort, in Stair Village. Und wer eh da ist, wird wissen, wie das ist mit den Verlockungen. Klar, da musste dann auch noch ein nettes Case her. Aber wo die Gitta doch schon nen Vierhunderter verschlungen hatte, sollte der Koffer dann wenigstens nicht noch den imaginÀren Kreditrahmen sprengen.
Hab zwei, drei versch. Modelle ausprobgiert, um mich dann am Ende fĂŒr den Thomann-BehĂ€lter zu entscheiden: Schwarz-neutral, genarbte OberflĂ€che, solide aufgebaut, 5 Schnappschlösser, samtweiche Innenpolsterung, groĂes Staufach fĂŒr die vielen kleinen Utensilien. Und der Preis ging und geht noch immer absolut in Ordnung.
Die Gitarre hatte ich damals, nach dem Probiermonat, wieder zurĂŒckgeschickt: War nicht so die Durchsetzungskraft, die ich mir unverstĂ€rkt versprochen hatte (rein fĂŒr die BĂŒhne dennoch ein sehr schönes Teil). Den Koffer habe ich aber bis heute. Denn inzwischen ist meine kl. Gitarrenfamilie um zwei Mitglieder gewachsen: Eine Ovation Celebrity Deluxe KOA und eine Yamaha CPX aus der Kompass-Serie mit Cutaway.
Beide Instrumente passen hervorragend in den Koffer. Also auch kein Stress mit der Halbrunden von Ovation (fĂŒr die plane ich aber doch ĂŒber kurz oder lang einen Original Ovation-Case - muss einfach sein zu dem Teil!).
Warum ich dann nur vier Sterne vergeben habe? Es sind ein paar Details, welche die Freude inzwischen ein wenig stören:
1. Der Formschwerpunkt des Koffers: weil der Tragegriff rel. weit vorne liegt, tendiert der Koffer beim Tragen ein wenig zu sehr nach unten (der Koffer kommt also beim Treppensteigen den Stufen stets gefÀhrlich nahe, sodass man ihn anheben muss). Das ist bei anderen Fabrikaten besser gelöst.
2. Das schwarze Innenfutter hat eine starke Neigung, Staub ansich zu ziehen. Einmal natĂŒrlich, weil es schwarz ist, da sieht man eh jeden Fussel. Zum andern, weil es sich stark elektrisch auflĂ€dt, klar, es ist ja 100% Kunststofffaser.
3. Die OberflĂ€chenbespannung weist bereits jetzt, obwohl der Koffer nur selten auĂer Haus im Einsatz ist, erste Auflösungserscheinungen auf. Es entstehen Formdellen an Stellen, an denen sich die Bespannung von der Unterlage löst. Sieht nicht wirklich schlau aus. Aber es hĂ€lt sich noch in Grenzen. Schade, dass das erst jetzt, nach Ablauf der Garantie, auftritt.
Wie gesagt: Kleinigkeiten vielleicht, aber man Ă€rgert sich trotzdem spĂ€ter. Insgesamt bin ich zwar mit dem Thomann-Koffer zufrieden. Denn wenn ich die angesprochenen kleinen MĂ€ngel nicht haben wollte, mĂŒsste ich sicher min. das Doppelte in so einen Klampfen-Container investieren. Beim nĂ€chsten Mal wĂŒrde ich aber wohl doch zu einem anderen Fabrikat greifen.