Ich nutze das Audient jetzt seit einigen Monaten fast täglich und darf sagen: Das Teil klingt ordentlich, die Features sind wie beschrieben – an sich wäre alles okay.
Gerade im Alltag nerven die Mankos aber erheblich.
Da ist zum einen die an sich ganz hübsche Pegelanzeige. Dummerweise zeigt die aber nur den Output an, d.h. es gibt hier keine Möglichkeit, damit das Eingangssignal einzupegeln.
Dann ist da die Sache mit dem Lautstärke-Encoder: Bei jeder Inbetriebnahme steht die Lautstärke auf Null. Man muss also immer erstmal aufdrehen. Klingt nach einer Kleinigkeit, nervt aber im Alltag wirklich tierisch, weil man eben nicht immer automatisch dran denkt und sich erstmal fragt, wo die Musik bleibt.
Hm, wer weiß, vielleicht ist das ja eine Maßnahme zum Schutz von Lautsprechern und Ohren? So gibt es immerhin keine superlauten Überraschungen, wenn man mal einschaltet.
Könnte man denken – stimmt aber nicht, denn: Wer das Audient einstöpselt (einen Ein-Aus-Schalter gibt es nicht), sollte peinlichst darauf achten, dass alle Monitore, die daran hängen, ausgeschaltet sind.
Zur Begrüßung schickt das Ding nämlich immer erstmal einen mörderischen Spannungspeak an seine Ausgänge – schön an der glühend rot aufleuchtenden Output-Anzeige zu sehen – und aus allen Monitoren kommt ein lauter Knall. Und danach: Stille. Weil die Lautstärke ja erstmal auf Null steht. Hat man da schon Audio auf dem Rechner laufen, bekommt man also erstmal einen Schreck.
Und schließlich nervt auch, dass die Lautstärketasten an meinem Laptop außer Betrieb sind, wenn das Audient dran hängt. Es nervt, weil ich weiß, dass es nicht nötig ist.
Ich habe – nur zum Vergleich – auch ein einfaches Rode AI-1 zu Hause, das keines dieser Probleme mitbringt. Der Input (leider nur einer, sonst würde es das Audient einfach ersetzen) hat dort ein paar simple aber funktionale LEDs, die Lautstärke beim Wiedereinschalten ist dieselbe wie beim Ausschalten. Vor allem aber geht von dem Rode kein Gefahr für meine Monitore aus. So kann ich das Audient leider niemandem empfehlen.