Zugegeben, man fragt sich wohl zu recht, was die PLL-Synthese mit dem Musizieren oder mit dem Sound-Design am Euro-Rack zu tun hat. Dennoch entsteht ein recht eng umrissener Einsatzbereich in dem das Modul einen außergewöhnlichen Platz finden kann.
Wer den Einsatz als VCO ala 1V/Octave plant wird sicherlich enttäuscht werden. Der A-196 lebt davon, externe Frequenzen mit dem internen VCO "einzufangen", erst dadurch entsteht der etwas ungewöhnliche Sound der etwas unruhig und glitchy daher kommt, um dann zur wohlklingenden Resonanz überzugehen. Treten dann die erwünschten Harmonien ein, klingt er sehr kraftvoll sägend und obertonreich durchsetzungsstark.
Der A-196 besticht durch den Effekt von Dissonanz und Resonanz, also von "Afregung" und "Beruhigung" - genau das macht ihn so interessant. Allerdings ist der Weg dahin recht komplex und fragil in den Settings.
Die in einigen Beiträgen beschriebene "Vielseitigkeit" kann ich persönlich nicht bestätigen, im Gegenteil, tonal ist der Einsatzbereich des Moduls nur in einem sehr kleinen Bereich zu sehen. Wenn es dieses Gebiet betritt klingt er jedoch sehr aufregend und unerhört.
Ich bin daher übergegengen, diese Hand voll sinnvoller Sounds zu samplen und mittels Sample-Player zu spielen und zu pitchen - das ist wesenttlich einfacher und effektiver.
Was ich allerdings ebenfalls nachvollziehen kann, ist der in einigen Bewertungen beschriebene chaothische Modus, den er ebenfalls beherrscht und wunderbare "Industriesounds/Dronings" produziert.
Auch wenn ich das Modul nur selten verwende, kann ich es aber wegen seines ungewöhnlichen Klangs sehr empfehlen - es ist definitiv etwas anderes als ein typischer VCO.