Ich besitze das Stagg BJM-30 5-string Banjo und habe mir das "Gewa VGS Banjo Premium 6-saitig" als Upgrade bestellt.
Das Banjo kommt in einem hochwertigen Koffer.
Das Erste, was mir auffiel, war, dass der Saitenhalter so eingestellt war, dass er nicht nur auf dem Fell auflag, sondern starken Druck auf dieses ausübte. Die dazugehörige Schraube war so fest angezogen, dass ich sie mit einer Zange lösen musste.
Es ist klar, dass bei Produkten dieser Preisklasse der Endkontrolle / Einstellung nicht sonderlich viel Zeit eingeräumt werden kann. Wie man das Banjo in diesem unspielbaren, das Instrument gefährdenden, aber schnell zu behebenden Zustand ausliefern kann, ist mir allerdings unklar.
Ansonsten war das Banjo ok eingestellt und ist für den Preis gut verarbeitet. Mir gefällt auch die hellere Farbe im Vergleich zu dem dunkleren Standard-Sunburst und die Maserung des Holzes sehr gut.
Die werksseitig aufgezogenen Saiten sind Standard-Westerngitarrensaiten (Ich tippe 12-53 oder so). Für einen authentischen Banjoklang / ein authentisches Spielgefühl sollten Banjosaiten drauf. Ich habe aktuell 10, 12, 16, 23, 35, 42 Saiten aufgezogen.
Vom Klang her klingt das Gewa Banjo leiser und weniger offen-bissig als mein Stagg-Banjo. Ich würde es als "gemäßigter" beschreiben. Aber ausgewogen und rund.
Die Bass-Saiten erweitern das Klang- und Spielspektrum erwartungsgemäß, gerade bei Verstärkung.
Wenn man das Banjo mit einem magnetischen Tonabnehmer auf dem Fell ausrüsten möchte (Deering z.B. baut ja in seine Banjos den Kavanjo-Humbucker ein), was wirklich zu einem überraschend authentischen Klang führt, muss man beachten, dass recht wenig Platz zwischen Fell und unterer Koordinatorstange vorhanden ist. Der Tonabnehmer darf nicht tiefer als etwa 2,5 cm sein. Ich selbst nutze den Seymour Duncan Woody Humbucker, den ich mit Tesa Poster Powerstrips auf den Kessel klebe. Klingt nach Bastelstunde, ist aber sehr effektiv. Der Originalklang wird dadurch nicht wesentlich verändert. Meiner Meinung nach ist diese Möglichkeit der Verstärkung ohne Mikrofone oder Klebepiezos super und klingt auch sehr gut.
Hier im Gewa Banjo passt der Woody-Pickup von der Tiefe her so gerade eben und generiert meines Erachtens auch mehr Störgeräusche als in meinem Stagg-Banjo, aber im erträglichen Rahmen.
BONEDO hat eine gute, ausführliche Rezension zu dem Banjo veröffentlicht, die es sich lohnt, zu lesen.
Der Autor merkt an, dass das Entfernen des Kessels aufwändig ist. Hier wäre vielleicht anzumerken, dass das Entfernen des Kessels kein Problem ist, wenn man die Schraube, die unter dem Armrest sitzt, beim Herausschrauben etwas zur Seite dreht, was möglich ist, da sich die Mutter auf der Gegenseite drehen lässt.