Kurzfassung:
Sehr gut verarbeitet, sehr guter Schutz, chemisch neutral.
Ich finde Verarbeitung und Zweckmäßigkeit super.
Genau die richtigen Griffmöglichkeiten und Taschen - super durchdacht.
Und sieht auch noch gut aus.
Für ein Gigbag überdurchschnittlich stabil, steht gut.
Weil viele monieren, dass der Deckel nicht ganz zu öffnen ist:
Das ist genau richtig und beabsichtigt so.
Denn: Man stellt die Gitarre in das STEHENDE Gigbag, nicht in das liegende, so ist das vom Hersteller gedacht, da bin ich mir sicher.
Ich finde das sogar besser, leichter, unkomplizierter, als den Koffer/die Tasche auf den Boden zu legen und sich mit der Gitarre in die Knie gehend herunterzubalancieren.
Man bleibt bequem stehen, hält mit einer Hand lässig den Spalt offen und lässt mit der anderen Hand die Gitarre hereingleiten.
Schneller, besser, bequemer und sicherer geht nicht, das ist mir sogar lieber als die Prozedur im Liegen mit Koffer.
Und diese Art des nicht vollständig zu öffnenden Deckels ist sogar gut für die Stabilität des Gigbags.
Mit einem Deckel, der komplett zu öffnen ist, würde das Gigbag an Stabilität verlieren.
Also - Hanika hat hier alles richtig gemacht, man muss nur wissen, wie es gedacht ist ;-) und nicht genauso umgehen wie mit einem Koffer.
Oft vernachlässigtes Kriterium:
Das Gigbag hat keine unangenehmen Ausdünstungen.
Das war der eigentliche Grund, warum ich dieses Gigbag noch einmal gekauft habe.
Ich hatte schon eines für meine Hanika Gitarre.
Habe mir ein Messgerät für Aldehyde (z.B. Formaldehyde) und flüchtige organische Verbindungen zugelegt.
U.a. weil meine Flamencogitarre streng/stechend/chemisch roch, nachdem ich sie viele Jahre meist in ihrem Originalkoffer aufbewahrt hatte.
Durch das Messgerät bestätigte sich, dass der Koffer immer noch Ausdünstungen hatte.
Die unbehandelten/nicht lackierten Flächen des Tonholzes einer Gitarre (also vor allem innen) sind nämlich wie ein Schwamm und absorbieren wunderbar die Ausdünstungen des Koffers.
Über die Jahre ist das zumindest geruchlich unangenehm, aber auch nicht gut für Lack & Co, und es nicht auszuschließen, dass es negative Auswirkungen auf das Holz selber hat.
Denn die meisten bewahren die Gitarre in ihrem Koffer/ihrer Tasche auf, was bei einem chemisch neutralen Behältnis sogar die beste Methode ist laut meiner Gitarrenbauerin, da diese Methode ein stabileres Klima bedeutet als wenn sie offen im Raum stünde.
Aber eben nur, wenn nichts ausdünstet.
Ich habe bei der Gelegenheit dann sogar noch einen weiteren Koffer identifiziert, der extrem hohe Formaldehydbelastung hatte.
Ich finde es sehr schade, dass die Hersteller hier scheinbar keinen Wert darauf legen, dafür zu sorgen, dass solche Ausdünstungen vermieden werden.
Das Hanika Gigbag ist - zumindest meine beiden Exemplare - chemisch vorbildlich neutral, zur Daueraufbewahrung bestens geeignet.
Unterm Strich also ein perfektes Gigbag für mich, absolut empfehlenswert und preislich fair.