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Harley Benton EX-84 Modern VW

77 Kundenbewertungen

4.6 / 5

Features

Sound

Verarbeitung

Harley Benton EX-84 Modern VW
266 CHF
Alle Preise inkl. MwSt.
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1

17 Rezensionen

H
Taugt die Harley-Benton-Explorer nun was?
Honigdachs 01.01.2021
LOOK:

Sehr schöne Gitarre! Ein ziemliches Schlachtschiff – große, massige Klampfe mit extra langer Kofplatte. Strahlendes Schneeweiß (kein „aged“ vergilbtes weiß, falls das jemand gehofft hat), toller Kontrast zum Ebenholzgriffbrett.

Die Korpusform ist deutlich von der Gibson Explorer inspiriert und fängt den entsprechen Look sehr gut ein. Der eingeleimte Hals ist auf der Rückseite durchgehend lackiert und „verschmilzt“ so optisch nahtlos mit dem Korpus – sieht ziemlich edel aus. Rein visuell hat Thomann hier einen Volltreffer gelandet, muss man sagen!

Allerdings gibt es beim genauen Hingucken ein paar unschöne Kleinigkeiten zu bemäkeln. Bei meinem Exemplar wurde das Finish um die Kabelbüchse herum nicht sauber abgeschlossen, so dass hier teilweise 1-2 mm unlackiertes Holz durchscheint. Sowas schafft spontan kein Vertrauen, aber glücklicherweise befindet sich der Makel in diesem Fall an einer Stelle, die im Normalfall weder für den Musiker noch fürs Publikum je zu sehen ist.

Unter dem Hals-Pickuprahmen, direkt angrenzend an den Hals, körnt die Lackierung ziemlich dick und echt unschön auf. Befindet sich wiederum an einer verdeckten Stelle, allerdings kann ich mir vorstellen, dass diese Ablagerung in manchen Fällen so dick ausfallen kann, dass der Rahmen nicht mehr sauber am Korpus aufliegt und man da mit einer Feile ran muss.

Direkt am unteren Horn hinten hat die Gitarre eine ca 5mm breite, flache Delle. Sieht kein Mensch, außer man inspiziert die Gitarre wirklich aus nächster Nähe. Fällt nicht negativ auf, da der Lack eh drüber ist, aber sie ist halt da.

Entfernt man die Abdeckungen für die Elektronik, stößt man ebenfalls auf nicht ganz sauber abgeschlossene, unlackierte Kanten.

Das Logo auf der Kopflatte sieht aus der Entfernung betrachtet schön aus. Aus der Nähe betrachtet fällt jedoch auf, dass der Aufdruck fleckig, unsauber und teilweise rissig ist.

Insgesamt würd ich also sagen: die Gitarre ist wirklich ein Hingucker – solange man an manchen Stellen nicht zu genau hinguckt. In meinem Fall sind es zum Glück vernachlässigbare Mäkel, die kaum ins Gewicht fallen aber auch deutlich machen, wie eine solche Gitarre um diesen Preis angeboten werden kann.

VERARBEITUNG:

Hier hab ich eigentlich wenig zu meckern - und genau das zählt! Die Bünde sind ordentlich, die Hardware verrichtet ihren Dienst bisher einwandfrei (Grover Locking-Tuner!), das Werks-Setup lässt nichts zu wünschen übrig – Intonation ist OK, Saitenlage ist angenehm, Halskrümmung ist tadellos.

Die Innenseite des Korpus hat eine interessante Wölbung, die optisch ansprechend und zumindest für mich ergonomisch sinnvoll ist. Die Gitarre liegt dadurch angenehm am Körper auf und der rechte Arm findet ausreichend Platz zum Abstützen.

Beim Halsprofil ist man eher die sichere Schiene gefahren. So sportlich wie die „Thin U“-Hälse der ESP/LTD Explorer (oder gar irgendwelche Ibanez-Wizards) ist das hier nicht, aber auch kein Baseballschläger. Man hat also gut was in der Hand, macht aber sicher keinen Hürdenlauf.

Vor allem im Stehen fällt auf, dass die Gitarre ziemlich kopflastig ist und der Musiker aktiv mithelfen muss, damit sie sich nicht widerstandslos der Schwerkraft ergibt. Aber das ist ja bei Explorers öfter mal so.

Es wurde durchweg sauber gelötet und die Elektronik ordentlich und übersichtlich verbaut. Über die Qualität der Komponenten kann ich jedoch nichts sagen- ich habe die Elektronik mitsamt den Pickups gleich getauscht, da mir für diese Gitarre einen bestimmten Sound vorschwebte.

Eine Sache, die mich stört, ist die Positionierung des Pickup-Schalters. Was zur Hölle macht das blöde Ding da unten links. Es ist ewig weit entfernt von jeglicher Lage, in der sich die rechte Hand befinden könnte, und ist zudem auch noch am anderen Ende der Welt als die Volume- und Tone-Knobs.

Aber gut, der Switch einer Les Paul ist auch völlig schwachsinnig platziert und da findet’s offenbar jeder toll, könnte also auch mein persönliches Problem sein …

Aber zurück zum Switch der Harley Benton: das Teil wackelt echt mitleiderregend schon beim Ansehen – am besten direkt tauschen.

FEATURES & SOUND:

Hier hat mich die Gitarre sogar etwas überrascht. Trocken angespielt, hab ich erstmal darüber gestaunt, wie laut und resonant das Instrument erklang. Definitiv mehr als erwartet.

Die aktiven Roswell-Pickups fand ich, ganz ehrlich, eigentlich gar nicht so unansprechend. Übel sind die wirklich nicht.

In meinen Ohren klangen sie eher rockig, nicht super-tight, mit einem runderen, etwas vintage-mäßigem Voicing. Hier also bitte keine falschen Erwartungen: nur weil es schwarze aktive Pickups in einer weißen Explorer sind, muss es nicht zwingend wie EMG 81/60 klingen. Und wer den EMG-Sound haben will, hat generell keine andere Option als eben EMG.

In der Liga spielen die Roswells natürlich nicht. Sie haben einerseits keinen besonders auffälligen tonalen Charakter, andererseits vermisst man auch etwas die nötige Klarheit und Transparenz.

Passabel sind sie allemal - gerade für Anfänger bzw. generell Leute, die noch keine spezifischen Erwartungen an den Klang von Tonabnehmern haben und noch nicht wissen, wonach sie überhaupt lauschen sollen. Tauschen kann man sie ja später immer noch.

In der Tat habe ich die gesamte aktive Elektronik sowie die Pickups herausgenommen und ein EMG RetroActive Super 77 verbaut. Die Gitarre klingt nun absolut amtlich und macht eine Menge Spaß zu Spielen. Ein Upgrade lohnt sich also!

FAZIT:

Man braucht keine Angst vor dem Stigma zu haben! Bei diesem Preis gibt’s echt nix zu Meckern.

Ungeachtet der offensichtlichen und erwartungsgemäßen Abstriche bekommt man hier in erster Linie eine wirklich cool aussehende, ordentliche Gitarre, die eine Menge Spaß macht und mit ein paar Upgrades sogar richtig zum Leben erwachen kann.

Wenn Thomann so weitermacht, wie sie hier vorgelegt haben, ist H.B. in ein paar Jahren ein gängiger Marktbegriff. Quasi der Dacia der Gitarrenwelt. Anfänglich misstraut, inzwischen aber eine sichere Bank, die von europäischen Straßen nicht mehr wegzudenken ist – mark my words … 😊
Features
Sound
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G
Wunderbar
GeneralWeyer 02.01.2026
Vorab: Das ist erst die sechste Gitarre, die ich jemals in der Hand hatte. Ich bin also kein Profi, sondern bewerte aus Sicht eines Einsteigers.
1. Startschwierigkeiten
Meine erste EX-84 kam leider defekt bei mir an. Durch Neueinrichtung, Neujahr und die Schnee-Katastrophe 2026 musste ich insgesamt ca. 2,5 Wochen warten, bis ich endlich eine einwandfreie Gitarre in den Händen hielt. Das war etwas nervig, gehört aber fairerweise nicht direkt zur Gitarre selbst.
2. Verarbeitung & Spielgefühl
Die Gitarre selbst weist keine Mängel auf:
Keine Kratzer, nichts locker, alles sitzt fest an seinem Platz. Sie kam fast gestimmt an und nach kurzem Nachstimmen passten Intonation und Saitenlage direkt – ein großer Pluspunkt, da man sie nicht erst mühsam einstellen muss.
Haptisch fühlt sie sich deutlich wertiger als eine typische 300-€-Gitarre an. Der Hals ist relativ dick, was mir persönlich überraschend gut gefällt.
Kleine Kritikpunkte:
Neck Dive (vermutlich durch die Position des oberen Strap Buttons)
Die leere E-Saite buzzzt gelegentlich, wobei ich nicht sicher bin, ob das nicht auch an meinen noch mittelmäßigen Spielkünsten liegt
3. Sound
Trotz meiner begrenzten Spielpraxis und meines ehrlich gesagt ziemlich reudigen Line 6 Spider V 15W (klingt eigentlich nur im Clean-Channel gut) hört sich die Gitarre wirklich beeindruckend an.
Nach diversen Soundbeispielen (unter anderem hier auf der thomann seite) hatte ich anfangs Bedenken – diese haben sich aber überhaupt nicht bestätigt.
Egal ob Metal, Rock oder Clean-Sounds: Die EX-84 liefert zuverlässig ab und klingt in allen Bereichen sehr überzeugend.
4. Extras & Eindrücke
Schade, dass es keine Locking Tuners mehr ab Werk gibt – bei der älteren Version waren sie wohl noch verbaut
Die Vintage White Farbe ist hervorragend getroffen: nicht zu gelb, aber auch kein grelles Weiß
Der Neck Dive ist tatsächlich etwas nervig
Weniger sperrig als erwartet (meine erste Explorer)
Insgesamt bietet sie mehr, als man von einer 300-€-Gitarre erwarten würde
5. Fazit
Falls diese Bewertung etwas schwärmerisch klingt, liegt das daran, dass ich:
kein erfahrener Gitarrist bin
bisher fast nur auf deutlich schlechteren Gitarren gespielt habe
und diese Gitarre eben nur 300 € kostet
Ich glaube, der eher schlechte Ruf von Harley-Benton-Explorern kommt daher, dass der Explorer Markt sonst fast ausschließlich aus Premium-Marken besteht (Gibson, Epiphone, ESP). Natürlich sind diese besser – sie kosten aber auch mindestens das 2,5-Fache.
Für mich ist die EX-84 ihr Geld absolut wert. Wer eine bezahlbare Explorer, eine Metal-Gitarre zum Lernen oder beides sucht (trifft auf mich zu), bekommt hier ein Instrument, das seinen Job mehr als sehr gut macht.
PS: Für James-Hetfield-Fans (wie mich) ist sie allein schon optisch und vom Vibe her das Geld wert 🤘
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Harley Benton EX-84 Modern VW