Seit eh und je verwende ich bei meinen Gitarrenprojekten Knochen-Rohlinge für einen individuell angepassten Sattel. Zufällig bin ich auf diese "gewachsten" Büffelknochen gestoßen und wurde neugierig.
Im Netz ist so gut wie nichts über gewachste Büffelknochen zu finden, also warum nicht selbst mal Erfahrungen sammeln. Die englische Version der Thomann-Seite spricht von "Wachs-imprägniert". Bedeutet das, das Wachs hat das ganze Material durchdrungen? Alles andere macht ja keinen Sinn, da eine oberflächliche Wachsschicht ohnehin beim Bearbeiten des Rohlings wieder abgetragen würde.
Egal, ran ans Werk.
Mit Hilfe eines stationären Tellerschleifers, einer Feile und Schleifpapier bringe ich den Rohling in die gewünschte Form. Dabei fällt auf, dass sich der Knochen wesentlich leichter bearbeiten lässt. Wer also keine Maschinen benutzt, kommt schneller und müheloser zum Ziel.
Aber ist das Material dann weicher und dadurch irgendwie "schlechter"?
Ich teste das nach der Paul-Reed-Smith-Methode und lass den Rohling auf eine Tischplatte fallen. Es macht deutlich "kling!", wie andere Knochensättel auch. Ein Sattel aus weichem billigen Kunststoff machen da meist nur "plopp!" Also wird er guten Gewissens in einem Tele-Hals verbaut.
Achtung bei den Sattelkerben! Durch die leichte Bearbeitbarkeit schießt man schnell übers Ziel hinaus und ruckzuck ist die Kerbe zu tief.
Klanglich kann ich keinen Unterschied zu anderen Knochensätteln feststellen. Ob die Wachs-Imprägnierung als Selbstschmierung der Kerben gedacht ist? Stimmstabilität und geschmeidiges Stimmen sind aber bei jedem vernünftig angepassen Knochensattel sowieso gegeben.
Ein Sattel aus Büffelknochen macht sich sicher gut auf der Specs-Liste einer Western-Gitarre und sorgt für das letzte bischen Prärie-Feeling ;-)
Wer Knochen-Rohlinge von Hand und ohne Maschinen bearbeitet kommt hier leichter und müheloser zum Ziel.
Einfach selbst mal ausprobieren - kostet ja jetzt wirklich nicht die Welt.