Ich habe viele Midi-Blas-Wandler ausprobiert und spiele seit ca. 30 Jahren Klarinette. Eigentlich fand ich das Travel Sax 2, eher durchschnittlich, mit der Travel Clarinet bin ich mehr zufrieden.
1. Die Kunststoffverarbeitung ist dieses Mal durch gängig sauber. Es sind keine offenen Abbruchstellen vom Spritzguss.
2. An die kurze Mensur habe ich mich nach kurzem gewöhnt. Die Spielhaltung ist ohne Verlängerung am Mundstück gewöhnungsbedürftig, aber nicht unangenehm. Dadurch, dass Odisei ein typisches Mundstück mit Naturrohrblatt mitgibt, ist das "Anblasen" wirklich sehr Ähnlich einer Klarinette. Das Rohrblatt ist sehr weich und verschließt nach einigem Spiel. Ich habe es gegen ein hartes Kunststoffrohrblatt ausgetauscht. Ich bin überrascht, wie angenehm sich das anfühlt. Der Druckluftsensor ist wie bei dem Travel Sax gut, man kann sofort gezielt dynamisch und ausdruckstark spielen.
3. Einige Taster liegen an ungewohnten Stellen: besonders die Gis-Taste liegt auf und nicht seitlich des Oberstücks, dass irritiert. Die B-Klappe spricht nicht schnell an. Mir ist schon beim Travel Sax aufgefallen, dass die Art, wie die Tasten und Ringklappen am Gehäuse befestigt sind, raffiniert sind, aber einen Nachteil mitbringen: sie haben ein ganz leichtes Spiel quer zur Druckrichtung und verzögern den Kontakt. Bei mir ist vor allen die B-Taste nicht regelmäßig erklungen, weil ich sie "unsauber" gedrückt habe. Der Registerwechsel klappt gut, auch wenn ich diese Midi-Klarinette nicht so schnell spielen kann wie eine richtige Böhmklarinette.
4. Die Software ist die gleiche wie beim Travel Sax 2 und sie läuft weniger gut. Die App ist schnell installiert und findet sofort das Instrument. Ich habe mir die Griffvariationen ansehen wollen und der Kontakt zum Server war immer wieder unterbrochen, statt Griffbildern, sehe ich leeren Bildschirm.
5. Anderes als bei Travel Sax bietet Odesei viele unterschiedliche Klarinetten-Klänge an. Ich sehe, sie haben dazu gelernt. Der Klang ist für ein Midi-Instrument eher gut. Es werden gleich Instrumente in transponierenden Klängen angeboten. Die Midiklänge anderer Firmen finde ich noch vielfältiger und abwechslungsreicher.
5. Die Anbindung an den PC - ich arbeite unter Linux - ist unproblematisch.
6. Der Tonraum ist durchgängig chormatisch bis zum G der dritten Lage und auch spielbar.
Ich hatte das Instrument sofort angespielt und fand es toll - aber ich bin voreingenommen: ich hatte mir immer eine Böhmklarinette als Midiinstrument gewünscht, schon wegen der Nachbarn. Hier ist sie. Ich bin darüber froh, obwohl ich den Umstand, dass die Mechanik und der interne Synthesiser ein schnelles eher behindern, bedenklich finde. Da finde ich das YDS 120 überzeugender.
Trotzdem: Mir gefällt das Instrument.