Ich habe mich für die Nick Johnston HSS entschieden nach Vergleichen mit ähnlichen Modellen. Ich wollte eine Strat-form, mit HSS Konfiguration, mit mindestens 12 inch Griffbrettradius, Vibratosystem, eingebautem “Coil-Split” oder mehr Klangoptionen und eingebauten Tusq Sattel von Graphtech. Was mir hier gefehlt hat sind Edelstahlbünde oder gerollte Griffbrettkanten, was einige vergleichbare aber günstigere Modelle haben (z.B. die S7FM von Sire).
Ich bin unglaublich unzufrieden mit meiner Nick Johnston HSS.
Der Grund ist das defekte Vibrato-system. Beim Benutzen scheint es “stecken zu bleiben”. Man kann sehen dass beim Ziehen/Drücken vom Hebel, der Steg in verschiedenen Positionen stehen bleibt (ca. 2 Halbtöne Unterschied). Bei der Fehlersuche habe ich bemerkt dass die Fräsung für das Vibratosystem nicht groß genug ist. Der Block reibt gegen die Kammerwand und bleibt anscheinend stecken. Ich habe noch einen Kommentar im Internet gefunden wo jemand den gleichen Fehler hatte. Ich habe die Gitarre auch zu Thomann’s Service geschickt (bevor ich selbst genauer geschaut habe), mir wurde aber gesagt dass es Fehlerfrei funktioniert. Mir wurde eine Rückerstattung angeboten, aber ich entschloss mich sie zu behalten und das Vibratosystem selbst auszutauschen, da mir die NJ HSS von der Optik am meisten gefiel. Ich habe die Kammer ausgeweitet und zur Sicherheit auch das gesamte Vibratosystem getauscht. Ich habe das 510T-FE1 von Gotoh genommen, was aber auch nach Vergleichen von den Abmessungen nicht einwandfrei gepasst hat – ich musste die Kammer, bzw. Die Kante noch mehr ausweiten an der Seite wo der Vibratoarm reinkommt. Außerdem würde ich für die Nick Johnston HSS die 37mm Variante von der 510T nehmen. Thomann hat sie nicht im Angebot zum Zeitpunkt vom schreiben dieser Rezension; die 510TS-FE1 in 37mm hat Thomann, aber diese hat nicht den angeblich besseren FST Mechanismus von Gotoh. Die 42mm Version passt, aber sehr, sehr knapp (man kann natürlich die Abdeckung weglassen als alternative Lösung). Nach dem Ausweiten und Austausch vom Vibratosystem, hat es normal funktioniert. Andere Rezensionen schreiben dass das Vibratosystem normal funktioniert. Es scheint ein Qualitätskontrollenfehler zu sein. Bei einer 1000+€ Gitarre ist das unakzeptabel und bei so einem Fehler ist die Gitarre nicht brauchbar.
Andere kleine Sachen sind auch sehr nervig. Der Saitenhalter von Schecter war desaströs. Er quietschte bei jeder Benutzung vom Vibratosystem. Ich habe ihn gegen den von Graphtech getauscht und das quietschen war weg.
Der Tonpotentiometer ist auch sehr schlecht. Er hat sehr, sehr wenig wiederstand beim Benutzen, er hat einen “Leerlauf” Bereich am Anfang. Der Knopf ist auch nicht die geeignete Form für ein Pull-Push system, es ist schwierig ihn hochzuziehen. Ich habe die Kappe schon getauscht für eine mit mehr Halt (Göldo Dome Speed Knopf KB00C Chrom), den Potentiometer werde ich definitiv noch tauschen.
Der Hals und die Bünde sind in Ordnung. Ich habe nur wenige getestet die geringe Unebenheiten haben (mit einer Bundwippe). Es macht keine größeren Probleme bei der Einstellung einer akzeptablen Saitenhöhe (bin aktuell bei ca. 2mm tiefes E). An dieser Gitarre habe ich akustisches Schnarren, auch durch den Verstärker, wenn ich tiefer gehe und gleich hart spiele (bei einer Halskrümmung von 0,008 inch). Die Bünde sind ein bisschen zu scharf für meinen Geschmack. Ich denke dass das so gewollt ist, weil alle gleich sind.
Die Single-Coil Tonabnehmer sind sehr hell. Es ist die erste Gitarre wo ich den Tonpotentiometer so aktiv benutze um es zu “korrigieren”. Dafür ist er aber auch da, denke ich.
Im ganzen, sind die Merkmale und Optik beeindruckend. Wenn aber die Qualitätskontrolle so versagt, verliere ich das Vertrauen in Schecter. Ich will mir nie wieder was von Schecter kaufen.