Der aktuell als HD-25 verkaufte Kopfhörer mit dem Aufdruck "Made in Romania" hat für mich klanglich leider kaum Ähnlichkeit mit meinem altgedienten Modell der Neunziger Jahre mit dem Aufdruck "Made in Ireland".
Der Frequenzgang wirkt deutlich flacher, also mittenbetonter, was der Präsenz von Stimmen zunächst entgegen kommt und einen lauteren Eindruck vermittelt. Impuls- und tiefbassreiche Musik mit differenzierter Raumortung und Tiefenstaffelung kann er allerdings für mich nicht mehr überzeugend zum Klingen bringen und meine sonst garantierte Begeisterung bleibt gänzlich aus. Stattdessen bemerke ich eine ungewohnte Eindimensionalität, als würden alle Instrumente direkt vor mir in der ersten Reihe dicht gedrängt stehen und eine Basedrum nun direkt in meinem Kopf vor sich hin klopfen. Das entspricht ganz und gar nicht den Darstellungsfähigkeiten meines alten Modells, das ebenfalls "HD-25" heißt und das ich ausgiebig verglichen habe.
Es finden sich mehrere, ihrer Tendenz ähnlichlautende Bewertungen im Netz, anhand derer sich diese Änderung der Klangcharakteristik des HD-25 etwa auf die 2010er Jahre datieren lässt, also bereits weit in der Vergangenheit, aber 15 Jahre nach meinem ersten Kauf.
Ebenfalls ungläubig bemerkte ich eine deutlich verringerte Abschirmung gegen Umgebungsgeräusche, für die der HD-25 ja eigentlich offiziell mal gemacht wurde. Und das, obwohl das neue Modell die Standard-Folien-Polster verwendet, die im Vergleich zu meinen ollen Velour-Polstern besser dämpfen sollten.
Dass der gewinkelte Klinkenstecker nun ganze 8mm weiter aus der Buchse herausragt und so einen großen mechanischen Hebel ohne Mehrwert abgibt, fällt da schon langsam nicht mehr ins Gewicht.
Total positiv halte ich dagegen die neue Ohrpolsterfarbe des Thomann-Modells in Schlumpfblau fest, meines Wissens die erste und einzige Initiative, diesem lebendigen Kopfhörer auch mal ein lebendiges Äußeres zu verpassen. Ich würde zukünftig auch Polster in leuchtenden anderen Farben kaufen - wenn es sie denn gäbe.
Insgesamt wirkt die Beibehaltung fast aller Äußerlichkeiten bei gleichzeitiger gravierender Änderung der wesentlichen Klangcharakteristika auf mich wie ein Wahrnehmungs- und Intelligenztest der Firma Sennheiser. Ich habe ihn zwar bestanden - das Ergebnis ist jedoch überraschend ernüchternd.