OK, bin schon eine ganze Weile um diesen Bass herumgeschlichen, Zweifel, Neugier und endlich doch bestellt.
Denke so einen Steinberger Spirit XT-2 sollte man sich nicht nur mal eben so aus Laue heraus zulegen, weil...
Ja, trotz des relativ günstigen Preises sollte man schon noch ein paar andere Dinge beachten.
Grundsätzlich ja, ein echt cooles Teil, Verarbeitung und Ausführung für den Preis einfach super, trotzdem wurde da an ein paar Stellen gespart, bzw. nicht ganz zu Ende gedacht, wie die standardmäßig hohe Saitenlage und diesen komischen dünnen Standard Roundwound, so ganz gut eingestellt ist der Bass auch nicht, also Intonation zB. und die schwergängige Tunerschrauben.
ABER ja, das lässt sich relativ schnell ändern, wenn man weis, worauf es ankommt.
Punkt 1:
wegen der schwergängigen Tunerschrauben, da sollte man sich vorab bei AliExpress einen 4er Satz, also "4 Stücke F5-10M 5x10x4mm F5-10 Miniatur planaren Lager 5x10x4mm Axial Ball Schub Lager" im Satz für gerade mal €2,95 beschaffen, und diese Axial-Lagers gegen die dünnen Standard Unterlegscheiben austauschen, vorher mit etwas Vaseline oder Fett dünn einstreichen, dann geht das Tuning butterweich wie geschmiert, hat eine größere Auflage und man braucht keine Zange mehr, mit der man sich die Schrauben nur unnötig verschandelt, und das Tuning ist wesentlich erleichtert.
Ja dies sind die richtigen Maße ** F5-10M 5x10x4mm ** es existier auch ein YT Video wo genau diese Axial-Lager zum Austausch empfohlen werden.
Punkt 2:
Die Standard Roundwound Saiten, meiner Meinung nach etwas für die Tonne, da hätte man ab Werk als Erstbesaitung doch was Besseres aufziehen sollen.
Weil ich halt vom P-Bass her komme und da schon Flatwound LaBella 760FS und mittlerweile die noch strafferen LaBella 760FM spiele, muss mein neuer Spirit XT-2 halt auch mit LaBella Flatwounds ausgestattet werden. Daher hab ich mich vorab mal etwas umgesehen und mir mit etwas Glück die LaBella S500L Double Ball Flatwound besorgt. (leider nicht bei Thomann erhältlich, auch nicht einfach zu finden, also etwas im Web suchen) OK, ein etwas teurer extra Spaß der sich aber lohnt.
Der Unterschied zwischen den Standard Steinberger Saiten SST-108 4-String Light Non-calibrated .040 .060 .075 .095, zu den LaBella S500L 4-String Light .043 .060 .082 .104, ist einfach phänomenal, wie Tag und Nacht, entsprechen in etwa den LaBella 760FS vom Spielgefühl her.
Punkt 3:
Saitenhöhe und Intonation einstellen, nicht ganz so einfach wie bei den üblichen Bässen, aber wenn man begriffen hat wie es geht, mit etwas Fummelei doch schnell machbar.
Bei einem entsprechenden Saitenwechsel ist das ja eh nötig, also alles zurück auf Grundeinstellung, die sich dann anschließend wirklich lohnt.
Die Saiten Höheneinstellung geht ja noch relativ einfach, nur die Intonation einstellen ist alles andere als so simpel wie bei einem P/J Bass, weil da an einzelnen Sattelreiten einfach keine individuellen Stellschrauben vorhanden sind.
Nur eine kleine Madenschraube, die man lösen muss, die alle vier Reiter entsprechend auf einmal löst, Einstellung mit den Fingern verschieben, nix Schrauben, letztendlich immer wieder nach tunen und wenn man es dann geschafft hat, ohne dass sich da wieder einer der Reiter bewegt hat festziehen.
Hat man das so weit geschafft, geht es los, sich an die ungewohnte Position des Basses her anzutasten.
Dabei fällt dann auf, jedenfalls an meinem XT-2, das die beiden PU's unterschiedlich eingestellt, bzw. nicht wirklich eingestellt wurden.
Der Bridge PU für die G Saite dermaßen daneben, wesentlich leiser als der Hals PU eingestellt, viel zu weit rein gedreht.
Ok ein paar Umdrehungen losen auch diese kleine Unachtsamkeit ab Werk.
Punkt 4:
Die Bünde sind bei korrekter Haltung halt nicht da, wo man sie vom P-oder-J Bass her gewohnt ist, weil man statt in den dritten Bund schnell mal im fünften Bund landet, statt dem fünften im siebten usw. halt etwas gewöhnungsbedürftig, weil der Bass durch das fehlende Horn einfach weiter links sitzt, aber auch das hat man schnell raus.
Punkt 5:
Hat man sich also so weit mit diesem Pedal-Bass vertraut gemacht, spielt er sich recht schnell, und ich meine schnell, wer schon Jazzbass spielt, wird sich schnell zu Hause fühlen, für jemanden wie mich der P-Bass gewohnt ist, eine Angenehme neu Erfahrung, weil der Hals doch um einiges schmaler ist als bei einem P-Bass. Ermöglicht tatsächlich ein wesentlich schnelleres Spielen.
Die beiden Volumen und der Ton Potti sorgen für ausreichend unterschiedliche Tonlagen, eben wie beim Jazzbass, was tatsächlich richtig Spaß macht. Einzig der Gain am Verstärker muss um einiges hochgedreht werden, für mich, mit DiMarzio DP 296GB Relentless PU mit 50% mehr Leistung als traditionelle passive Tonabnehmerbei bei einem Output von 180 mV und 11,84 kOhm Umbau in meinem P-Bass verwöhnt, hört sich der Spirit XT-2 im Gegensatz erst einmal flüster leise an, was er wohl auch ist, also den AMP aufdrehen, dann kommt Freude auf.
Punkt-6:
Kaufempfehlung?
Ja absolut, wenn man sich bewusst auf diese etwas ungewöhnliche Gestalt in Form eines Steinberger Spirit XT-2 Bass einlassen kann.
Sieht nicht nur anders aus als all die gleichförmigen Bässe da draußen, es ist schon was Besonderes, was man nicht alle Tage in die Finger bekommt.