Ein Wolkenbruch der Gefühle.
Nach gut einem Jahr versuche ich mal ein Fazit. Der Einsatz des Cloudburst ist inzwischen ein völlig anderer als geplant. Ursprünglich war ich (wie wahrscheinlich jeder) von dem "Streicher-Hall" beeindruckt, der wie ein satter Synthie hinter den Gitarrensound gelegt werden konnte. Er sollte meinen RV-500 ergänzen, denn was der einfach nicht kann, ist Shimmer und dergleichen, leider.
Ausgepackt macht die Tretmine einen sehr soliden und wertigen Eindruck. Kaum war das Ding also auf dem Board eingebaut, blieben die Augen und der Mund weit offen, wie genial dieses kleine Pedal klingen kann und wie lebendig der Hall rüberkommt.
Natürlich neigt der Grundsound auch ohne "Ensemble" zum Synthetischen, aber das ist er vielleicht dieser typisch kalifornische Sound, Küste, Frühnebel vor der Hitze, Blick aufs Meer und bevor alle Gitarristen dieser Welt wach werden und zur Klampfe greifen.
Schaltet man "Ensemble" hinzu steht die Sonne am Himmel, Hitzewabern, ich sehe Palmen und Surfbretter... genial.
Das Ding ist 1 Jahr später immer noch auf dem Board.
Ensemble nervt mich inzwischen manchmal, denn es kann den einen Sound und dann ist aber auch Schluss. Weicht man in den Harmonien von Blues, Dur und Moll ab, kann es gefährlich bis gruselig scheußlich klingen. Oft muss ich die Hallzeit deutlich zurück nehmen, damit die Streicher nicht hinterher hinken. Da alle Regler sehr dynamisch angelegt sind, also mehrere Parameter gleichzeitig und in Folge beeinflussen, hat man manchmal sehr große Regelwege, manchmal aber auch sehr kleine. Aber daran gewöhnt man sich. Schön ist, dass man mithilfe der Bedienungsanleitung schnell die gewünschte Grundeinstellung erzielt, also z.B. ob die Hallfahne weiterklingt, wie der Schalter reagieren soll usw. Eine MIDI-Integration habe ich bisher noch nicht vorgenommen und die Editor-Software habe ebenfalls noch nicht erkundet.
Man muss also diesen Strymon-Sound mögen, dann ist das Gerät toll.
Auch wenn es durch zusätzlich Fußschalter mit mehreren Programmen sehr vielseitig bedienbar ist, muss man mit dem Sound etwas anfangen können, sonst bleibt es ein Gimmick.
Was man aber auf alle Fälle erhält, ist ein modern klingender und sehr vitaler Hall, der sehr gut zu Gitarren passt und ein tolles Stereobild abliefern kann.