Ich stand schon einmal kurz davor, das Acoustic FlyRig zu kaufen, habe mich dann aber für ein BOSS AD-2 entschieden. Bei meiner endlosen Suche nach einem Weg, eine E-Acoustic Gitarre mit einem erträglichen Sound laut auf eine PA zu bringen habe ich schon viele Preamps, Pedale usw. ausprobiert. Eigentlich sollte das ohne Probleme mit der Acoustic an einer guten DI Box ins Pult und dann mit dem Mischpult EQ, Phasenumkehr usw. arbeiten gelingen, aber wann hat man mal die Gelegenheit als Amateuermusiker dafür Zeit zu haben, speziell bei Jam Sessions, Open Mics etc.
Als Gitarren nutze ich Gibson und Martin (D-Serie) Acoustics mit L.R.Baggs VTC oder Anthem Tonabnehmern, die schon eine ordentliche Basis bilden. Trotzdem klingen die Undersaddle-Pickups nicht wirklich wie eine Acoustic und der schöne Klang der Instrumente kommt nicht annähernd aus der PA. Zusätzlich kämpft man gegen Rückkopplungen, um bei der Lautstärke wenigstens irgendwie gegen den E-Gitarristen und den Drummer anzukommen.
Das Acoustic FlyRig bietet als Features, die ich gerne "griffbereit" habe. Notch Filter (das gut funktioniert), Phasenumkehr Taster, umfangreicher, für E-Acoustic maßgeschneiderter EQ und dann noch einen Compressor (manchmal nützlich), Chorus, Delay und Reverb (setze ich äußerst sparsam ein).
Das Acoustic FlyRig ist sehr handlich. Die Bedienelemente sind natürlich entsprechend klein, aber ich habe keine Probleme damit, da man nicht dauernd daran herumdrehen muss. Wie immer wieder bei Tests von Tech21 "Rigs" bemängelt, wackeln die Potis auch bei meinem Exemplar beim Drehen, die Achsen der sicher auf einer Platine verlöteten Potis gehen halt durch Löcher mit Maßtoleranzen nach außen.
Klanglich ist es bis jetzt für mich die beste Lösung. Das Acoustic FlyRig liefert sofort ein ordentlich starkes Signal über den XLR Ausgang ans Mischpult. Den Klinkenausgang nutze ich nicht. Die Klangregelung mit dem Low Pass Filter und den semiparametrischen Mitten hilft ungemein den Klang wieder ungefähr einer Akustikgitarre anzunähern. Die gerne auftretenden Rückkopplungen um die 100 Hz bändigt das Notch Filter gut. Der Compressor ist bei "leichten" Einstellungen für mich brauchbar. Reverb und Delay natürlich auch.
Am Tech21 Konzept mag ich den analogen SansAmp. Das Gitarrensignal wird nicht wie bei den anderen "Klangverbesser-Pedalen" wie dem Boss AD-2 oder Pedalen, die die Klangcharakteristik verschiedener Acoustic Modelle nachbilden durch einen Signalprozessor geschickt.
Meine Experimente mit verschiedenen Gitarren haben gezeigt, dass für mich das Acoustic FlyRig besser mit den VTC Pickups von L.R.Baggs als mit dem Anthem System funktionieren. Scheinbar wird die Klangkomponente aus dem eingebauten Mikrophons des Anthem nicht so gut bearbeitet im FlyRig.
Fazit: Ich behalte das Tech21 Acoustic FlyRig. Es ist immer noch nicht die optimale Lösung zur Verbindung der Gitarre mit einer PA, aber besser als alles, was ich bisher probiert habe. Die Potis werden schon halten, ich gehe recht vorsichtig mit meinem Equipment um.
Nun werde ich mir noch die FlyRig Tasche von Tech21 kaufen, die zwar recht teuer aber sicher praktisch ist. Komischerweise weist thomann nicht beim Acoustic FlyRig auf Zubehör hin.