Allgemein ist das Jan Ray kein schlechtes Overdrive Pedal. Klanglich bewegt es sich im Bereich von BluesBreaker bzw. Timmy, also transparent Overdrive. Ich persönlich nutze es am ehesten als als Clean Boost mit leichter Verzerrung und leicht gepushten Höhen (ähnlich wie John Mayer oder Chris Buck) einfach, um Rhythm Parts etwas Charakter/Verzerrung für den Clean Sound zu bekommen. Speziell für Strat in Pos. 4 (Neck und Middle Pickup) funktioniert das sehr gut und und durch leichte gepushte Höhen sticht man im Band Mix besser raus. Das alles macht das Pedal genauso wie es sein soll. Im direkten Vergleich von Jan Ray, Snouse Blackbox 2 und Marshall BluesBreaker Reissue Pedal gefällt mir aber die Blackbox am besten. Alle drei können mit ein wenig Einstellung sehr ähnlich klingen. Der Marshall BluesBreaker klingt am rundesten aber auch etwas dumpfer, das Jan Ray für meinem Geschmack etwas zu spitz und die Blackbox für mich perfekt, zudem hat sie mit Tone und Presence Control noch bessere Einstellmöglichkeiten. Wer den typischen Bluesbreakers Sound haben möchte, bekommt das bei Snouse oder Marshall um deutlich weniger Geld und meiner Meinung mach besser bzw auf Augenhöhen.
Die Verarbeitung des Pedals ist dem Preis entsprechend sehr gut, wenn mich auch ein paar Design Entscheidungen nerven. Seitlicher Power Supply Anschluss und unbeschriftete Regler müssen meiner Meinung nach nichts sein. Außerdem haben die Regler für meinen Geschmack schon fast zu viel Einstellungsspielraum, was die Feineinstellung wiederum erschwert.
Benutzt man das Jan Ray mehr als Overdrive so klingt es für mich sehr präzise und klar, aber eben nicht besonders smooth.
Wer auf sehr detaillierten, scharfen Bluessound steht, für den ist das Pedal absolut perfekt geeignet. Ich konnte für mich nie eine richtig gute Einstellung mit dem Pedal finden, weshalb ich es auch nach 1-2 Jahren wieder verkauft habe.