Zum Seiteninhalt

3. Prinzip und grundsätzlicher Aufbau

Alles nur Mono

Zunächst muss gesagt werden, dass die Wiedergabe von Sprache oder der Musik bei ELA Anlagen in der Regel in mono geschieht, da aufgrund der Abstände zwischen den Lautsprechern kein wirklich ausgewogenes Stereoklangbild entstehen kann. Zudem ist der Hörer gegenüber der Quelle oft in Bewegung, so dass eine Stereoübertragung kaum Sinn machen würde.

Will man Musik nur in zwei unterschiedlichen Räumen wiedergeben, sollte man sich lieber einen Verstärker anschaffen, der über eine A/B-Umschaltung für zwei getrennte Lautsprecherpaare verfügt. Das hat den Vorteil, dass erstens die Musik auch in Stereo übertragen werden kann und zweitens spart man sich den Mehraufwand für die Installation einer ELA Anlage mit all ihren Komponenten.

Funktion

Aber zurück zur ELA-Anlage. Das grundlegende Problem bei der Übertragung von verstärkten Lautsprechersignalen ist der Leistungsverlust der Kabel. Entsprechend Leitungswiderstand, Kabellänge und Querschnitt kommt am Lautsprecher fast nichts mehr an. Zudem hat die Zusammenschaltung von Lautsprechern ihre Tücken. Werden Lautsprecher in Reihe geschaltet, addieren sich die Ohmschen Widerstände der Lautsprecher. Schaltet man Lautsprecher parallel, verringert sich der Widerstand entsprechend. Zudem müsste an jedem Kabelstrang die gleiche Last anliegen, was in der Praxis bei einer festen Installation nicht immer möglich ist. Der Anschluss von mehreren passiven Lautsprechern ist also um so problematischer, je größer die Anlage wird.

Wie verringert man also Leitungsverluste? Energieversorger verwenden für die Übertragung von Strom über lange Strecken Hochspannungsleitungen (über 1000V). Man transformiert eine Spannung hoch, um sich damit, bei gleicher Leistung (Verluste nicht mit einbezogen), einen großen Kabelquerschnitt zu ersparen. Am Ende der Leitung wird die Spannung wieder auf einen kleineren Wert gebracht, um sie für Geräte und Maschinen wieder nutzbar zu machen.

Lässt sich diese Idee auch für uns anwenden? Für die Übertragung der Audiosignale, macht man sich genau dieses Prinzip der Leistungsübertragung zu Nutze:

Ähnliches geschieht bei einer ELA, nur dass wir es hier nicht mit einer reinen Versorgungsspannung (Sinuswelle), sondern mit einem Audiosignal zu tun haben und das wir hier natürlich viel geringere Spannungswerte übertragen. Der Verstärker gibt nämlich seine maximale Leistung bei einer festgelegten Spannung von 100 V am Ausgangsübertrager ab, daher auch der Name 100-Volt-Technik.

Auf der Gegenseite wird diese Spannung dann wieder auf die für den Lautsprecher nutzbare Höhe der Spannung herunter transformiert.

RCF PL 8X
RCF PL 8X

Man kann deswegen nun einen geringeren Kabelquerschnitt und längere Leitungen verlegen.

Das sieht dann vom Schaltplan her so aus:

Prinzip der Signalübertragung

Vergleich zu einem niederohmigen System (HiFi- oder PA-Anlage)

Der zusätzliche Aspekt einer ELA ist die Möglichkeit von Durchsagen, die das laufende Programm unterbrechen, um Zuschauern oder Kunden zu informieren.

Der kleinste sinnvolle Aufwand und damit Aufbau einer ELA besteht demnach aus einem oder mehreren geeigneten Verstärker(n), der dazu passenden Lautsprecherstückzahl, mindestens einer Sprechstelle und einer Audioquelle für das Programm, wie z.B. einem CD-Spieler.

Um es nochmals zu verdeutlichen:

Bei einer ELA reden wir von einer dezentralen Beschallung im Leistungsbereich von ca. 100-200 W. Im Gegensatz hierzu steht die HiFi- oder Beschallungsanlage.

Dort will man ja gerade erreichen, dass der Klang druckvoll und klanglich ausgewogen beim Hörer ankommt.

Dazu kommen meist andere räumliche Verhältnisse. Ein Konzertbesucher sieht das Ereignis von vorne und von links nach rechts über die Bühne verteilt. Dementsprechend wird auch der Sound übertragen. Das Abbild der Bühnenshow ist ein Stereoereignis mit einer Basis (Winkel) von max. 180 Grad. Für einen audiophilen HiFi-Hörer macht es natürlich keinen Sinn, sich eine ELA im eigenen Haus aufzubauen, auch wenn moderne Übertrager durchaus 50 - 20.000 Hz schaffen.

Einen Kinobesucher möchte man akustisch in das Geschehen integrieren. Er befindet sich meist in einem bestimmten räumlichen Bezug zur Klangquelle (vorne Rechts, hinten Mitte, oben seitlich Links usw.) Dies entspricht dem Surroundereignis mit der Abbildung des Klangs in einem Vollkreis von 360 Grad.

Eine ELA hat davon nichts zu bieten und das ist auch so erwünscht. Hier kommt es vielmehr auf Übertragung einer Information an (ähnlich dem Telefon, wo ja sogar der Frequenzgang stark beschnitten ist).

Eine Musik dient nur zur Untermalung und kann sich, je nach Ausstattung der Anlage, von Raum zu Raum auch unterscheiden.

Bist Du ein "ELA-Typ" ?

Fasst man die genannten Punkte zusammen, dann ergibt sich folgendes Bild:

Du solltest Dich mit einer ELA befassen, wenn Du ...

1. ... einen oder mehrere Räume gewerblich nutzt und den Kunden, Gästen oder Teilnehmern eine gleichmäßige über den Raum verteilte Beschallung bieten willst (Supermärkte, Hotels, Gaststätten, Seminarzentren).
2. ... auf Durchsagen jeglicher Art in Räumen oder Freianlagen angewiesen bist und sich diese nicht mehr über eine zentrale Anlage bewerkstelligen lassen (Schwimmbäder, Sportanlagen, Campingplätze).
3. ... mit schwierigen akustischen Verhältnissen klarkommen musst und diese nur mit vielen kleinen, einzelnen Lautsprechern zufriedenstellend gelöst werden können (Kirchen, Museen, Seminarräume).
4. ... generell auch sicherheitstechnische Anweisungen durchgeben musst (Büro- und Verwaltungsgebäude, Schulen).

Ihre Ansprechpartner