Hinweis: kein Batteriebetrieb möglich.
Anschlüsse:
Das Neural DSP Quad Cortex Mini ist ein kompaktes Multi-Effektgerät für E-Gitarre und E-Bass, das Modeling, Effekte und Capture-Funktionalität in einem sehr kompakten Gehäuse vereint. Trotz reduzierter Abmessungen setzt Neural DSP auf ein vollwertiges Touch-Interface mit 7-Zoll-Display und vier multifunktionalen Fußschaltern, die gleichzeitig als Drehregler dienen. Dadurch lassen sich Presets, Signalwege und Parameter direkt am Gerät bearbeiten, ohne zwingend auf externe Editoren angewiesen zu sein. Die interne Signalverarbeitung basiert auf der von Neural DSP bekannten Modeling-Plattform, die für Amp-, Cab- und Effektmodelle genutzt wird. Durch die Kombination aus Touch-Bedienung, Encoder-Fußschaltern und flexibler Signalführung positioniert sich das Gerät sowohl für den Einsatz auf dem Pedalboard als auch für Studio- und Recording-Umgebungen.
Die Bedienung erfolgt primär über das große Touchscreen, auf dem Signalblöcke frei in einer Kette angeordnet und verbunden werden können. Parameter einzelner Effekte oder Verstärkermodelle lassen sich entweder direkt per Touch oder über die vier Kombi-Fußschalter einstellen, die je nach Modus als Preset-Schalter, Szenenumschalter oder Encoder fungieren. Neben klassischen Effektblöcken stehen auch hochwertige Amp- und Cab-Simulationen zur Verfügung, die sich flexibel in Mono- oder Stereo-Setups integrieren lassen. Über Send- und Return-Anschlüsse können externe Pedale oder Effektgeräte eingebunden werden, wodurch auch hybride Setups möglich sind. Zusätzlich erlaubt die Capture-Funktion das Einbinden externer Amps oder Pedale über separaten Eingang und Ausgang, um deren Klangcharakter in das System zu übernehmen und später direkt aus dem Gerät abzurufen.
Auf der Anschlussseite bietet das Quad Cortex Mini sowohl symmetrische XLR-Ausgänge als auch Klinkenausgänge, sodass sich das Gerät direkt an PA-Systeme, Audiointerfaces oder Gitarrenendstufen anschließen lässt. Zwei Eingänge stehen zur Verfügung, wobei einer davon auch als kombinierter Klinke/XLR-Capture-Eingang (inklusive Phantomspeisung für Mikrofone) ausgeführt ist. Zusätzlich gibt es zwei Send- und zwei Return-Kanäle für externe Effekte sowie einen separaten Capture-Ausgang. MIDI In und Out/Thru werden über 3,5mm-TRS realisiert und ermöglichen die Einbindung in komplexere Steuerungs-Setups. Für ungestörtes Üben oder Monitoring steht ein Kopfhörerausgang bereit. Über USB-C kann das Gerät mit dem Computer verbunden werden, um das Quad Cortex Mini in Recording-Setups einzubinden oder Firmware-Updates durchzuführen.
Das Neural DSP Quad Cortex Mini spricht Gitarristen und Bassisten an, die ein leistungsfähiges Modeling-System in kompakter Bauform suchen und dabei auf flexible Anschlussmöglichkeiten nicht verzichten möchten. Durch die Kombination aus Touch-Bedienung und physischer Steuerung eignet sich das Gerät sowohl für detaillierte Sound-Programmierung im Studio als auch für den direkten Zugriff auf Presets im Live-Betrieb. Spieler, die externe Effekte integrieren oder eigene Amps “capturen” möchten, finden hier ebenfalls passende Optionen. Gleichzeitig erfordert die Vielzahl an Funktionen eine gewisse Einarbeitung, weshalb das Gerät vor allem für Anwender interessant ist, die sich aktiv mit Signalrouting und Sounddesign beschäftigen möchten. Wer dagegen ausschließlich nach Plug-and-Play-Presets sucht, wird die Möglichkeiten zwar nutzen können, aber vermutlich nicht das volle Potenzial ausschöpfen.
Die 2017 gegründete Firma aus Finnland sieht sich als Entwickler und Anbieter computerbasierter Lösungen für die Musikindustrie. Befeuert von innovativen Technologien wie fortschrittlichen Algorithmen und Machine Learning enstehen bei Neural DSP Technologies zunächst Software-Plugins. In regelmäßigen Abständen erscheinen neue Produkte, die meist legendäre Amps detailgetreu nachbilden oder in Zusammenarbeit mit angesagten Gitarristen wie Plini oder Tosin Abasi deren charakteristische Sounds exakt reproduzieren. Im Jahr 2021 erschien mit dem Quad Cortex das erste Hardware-Produkt des noch jungen Unternehmens und es soll, getreu dem Firmen-Credo, durch technologische Innovationen die kreativen Möglichkeiten von Künstlern beflügeln.
Im Heimstudio kann das Quad Cortex Mini als zentrale Soundquelle für Direktaufnahmen dienen, inklusive Amp-Simulation, Effekten und optionalem Re-Amping über externe Geräte. In Live-Setups lässt sich das Gerät direkt an die PA anschließen, während parallel dazu Klinkenausgänge für Bühnenmonitore oder Endstufen genutzt werden können. Durch die Send- und Return-Wege können vorhandene Lieblingspedale weiterhin Teil des Setups bleiben, ohne auf die interne Effektsektion verzichten zu müssen. Auch als kompaktes Fly-Rig für Proben, Sessions oder Touren ist das Quad Cortex Mini sehr gut geeignet, da es viele klassische Pedalboard- und Amp-Kombinationen in einer Einheit abbilden kann. Für Bassisten lassen sich ebenso komplette Signalketten mit Amp-Modellen, Dynamik- und Modulationseffekten realisieren, ohne zusätzliches Outboard-Equipment dabei haben zu müssen.
Mini vs. “großes” Quad Cortex
Der Quad Cortex Mini nutzt dieselbe Modeling-Engine, CorOS-Software und Neural-Capture-Technologie wie das große Quad Cortex und greift ebenfalls auf die Cortex-Cloud mit Presets und Captures zu. Klanglich und funktional sind die Amp-Modelle, Effekte und Signalblöcke identisch, auch Preset-, Scene- und Stomp-Konzepte folgen denselben Prinzipien. Unterschiede zeigen sich vor allem in der Hardware: Der Mini verfügt über vier Kombi-Fußschalter/Encoder statt der größeren Schalteranzahl des Originals und bietet insgesamt weniger physische Bedienelemente für den Direktzugriff. Auch die Anschlussvielfalt ist etwas reduziert, etwa bei zusätzlichen Returns, Expression-Inputs und Routing-Optionen. Dafür punktet der Mini mit deutlich kompakterem Format, geringerem Gewicht und einfacher Integration auf kleinen Pedalboards oder im Desktop-Setup, ohne klangliche Abstriche gegenüber dem großen Modell.