2. Der Chor – die Verteilung der Stimmen
Ich möchte mich bei den folgenden Aufstellungen auf einen gemischten Chor beziehen, der die sehr häufige polyphone Aufteilung in Sopran – Alt – Tenor und Bass besitzt. Außerdem ist es durchaus auch wichtig, die Chorliteratur miteinzubeziehen. Singt der Chor also eher klassische oder eher modernere (Pop, Jazz, Gospel) Werke?
Mache Dir ein Klangbild des Ensembles. Bitte den Aufnahmeleiter ein repräsentatives Stück anzustimmen. Höre dabei auf die Gewichtung der Stimmen. Wie setzt sich der Gesamtklang zusammen? Überwiegen die hohen Stimmen? Da bei einer Chorgruppe oft überwiegend weibliche Mitglieder teilnehmen, kann der Anteil an hohen Stimmen vorherrschen. In diesem Fall muss man mit Stützmikrofonen arbeiten, doch dazu später noch etwas mehr.
Aufstellung 1:
Diese Aufstellung wird von vielen Ingenieuren bevorzugt. Ich empfehle generell: wenn es die räumliche Situation ermöglicht, sollte der Chor im Halbrund aufgestellt werden. Dies hat den Vorteil, dass sich die Sänger sehen und der Abstand zum Hauptmikro annähernd gleich bleibt.
Hervorzuheben sind bei dieser Anordnung:
- der homogene Gesamtklang des Chores
- ein besseres gegenseitiges Hören der Ensemblemitglieder
- keine zu große Gewichtung der hohen Stimmen
Aufstellung 2:
Immer wieder anzutreffen und auch erwünscht, ist die oben zu sehende Aufteilung. Sie hat den Vorteil, dass
- der Hörer die einzelnen Stimmgruppen besser unterscheiden kann und
- die Durchsichtigkeit des Klangbilds größer ist.
Allerdings muss man auch bedenken, dass
- ein exaktes Zusammenspiel des Chores erschwert wird und
- die hohen Stimmen bei gleichem Pegel lauter wirken.
Allgemein gilt:
Versuche den Chor auf Stufen oder stufig aufsteigende Podeste zu stellen. So werden die hinteren Reihen nicht von den Vorderleuten verdeckt und der Schall kann sich ungehindert zum Hauptmikro hin ausbreiten. Der bessere Blickkontakt jedes Sängers und jeder Sängerin zum Dirigenten ist ebenso hervorzuheben. Das Hauptmikrofon selbst ist dabei auf die Mitte des Chores ausgerichtet und befindet sich von der Höhe ungefähr in Kopfhöhe der vorletzten Reihe ohne Neigung.
Allerdings ist dies kein Allgemeinrezept und soll der ersten Ausrichtung dienen. Die Beurteilung des Gesamtklangs erfolgt dann nach dem Anhören der ersten Probeaufnahme.